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CRYPTS "Coven Of The Dead"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

03-2021

Label: 

Genre(s): 

Während in der Vorabinfo von Referenzen zu alten Morgoth und Entombed oder auch Autopsy, sowie Hail Of Bullets die Rede ist, würde ich die Münsteraner Crypts (wie Ihr lesen werdet) eher bei anderen-, wesentlich stärkeren Einflussgebern sehen. Nun ja, so ist das mit den Eigen-Empfindungen bzgl. Mucke eben, jede/-r empfindet da andere Zusammenhänge/Einflüsse. Bis auf eine Demo haben Crypts, die 2.018 gegründet wurden, bislang noch nichts veröffenlicht. Somit ein echt vollumfängliches Debüteisen, das Ihr hier auf die Ohren bekommt. 

Innerhalb des LineUps kann man von Vorerfahren bei Bands wie Mourning Caress, Warhead, Savagery und Black Space Riders profitieren, was sicher nicht unwesentlich zum Gesamtsound dieses schwarz angehauchten Ranzigkellenrundumschlags beigetragen hat, der mit "Hallucinations" (Track 1; Anspieltip I) beginnend von der Titelgebung an das gleichnamige-, legendäre Atrocity Album erinnert, mich persönlich vom Sound her aber eher an Benediction zu "Subconscious Terror" Zeiten oder auch an Massacre erinnert. Vom Gesamtsound her habe ich in den letzten 20 Jahren kaum solch' ein so perfekt auf die '90er Jahre Death Metal Veröffentlichungen fein-abgestimmtes Album gehört, wie es hier der Fall ist. Allein dieser Umstand hat einen Totaleinschlag inne, dem man sich als Freund satten Death Metals schwer bis gar nicht entziehen kann. 

Ganz kurz (zu Beginn von "Hallucinations") dachte ich beim ersten Durchlauf auch mal an Spawn (zu "Systems Full Of Victims" Zeiten), was sich selbsttönend direkt in die nächsthöhere Liga zu erstgenannten Bands (meiner subjektiven Empfindung) verabschiedete. Die zwischenschnittigen High Scream-Vocals ergänzen dabei kontraststark und zündend, so wie das bei besagten "Hallucinations" Album der Kollegen von Atrocity schon zu Erfolgen führte. Unterschwellig jedenfalls steckt in so manchen Gitarrenlauf 'ne Menge alter Atrocity drin, was saustark umgesetzt diesen originellen Charme entstaubt, wie z. B. zu Beginn von "Deathking Coronation" (Track 2; Anspieltip II). Was zunächst nach Slow-/Midtempo klingt, geht zu guten alten Benediction Pfaden zurück und hat dermaßen satte Headbang-Kellen inne, dass zukünftige Metalpartys und Konzerte eine wahre Retro-Welle des guten alten '90er Death Metal Sounds auffahren können. Auf solch' spielerisch/technisch hohem Niveau bleiben Crypts auch bei "Nuclear Vengeance" (Track 3) bei dem die Band hier und da auch andere Nuancen in sehr feiner Dosierung eingeschoben hat, was ingesamt das Level verdammt hoch hält. Zwar leben Crypts definitiv von der Gesamtleistung, die hier bei jedem Stück flüssig abgeliefert wird, allerdings kommen immer wieder Parts, bei denen man z. B. auch das starke Drumming von "F.rantic" bemerkt, das definitiv mit sehr vollmundig ausgewürzten Klang ordentlich Bums mitgibt. Auch die Art des Spiels spielt dabei eine Rolle. F.rantic hat definitiv schon mal bei Dave Lombardo genauer hingehört/-geschaut. Überhaupt spielen vereinzelt auch klassische Thrash Metal Einflüsse dem Gesamtsound als Einfluss mit in die Saiten und Felle - "Final War" (Track 4). 

Erst zu Beginn von "Hypothermia" (Track 5; Anspieltip III) kann man ältere Morgoth Einflüsse kurzzeitig ausmachen, wie es die Vorabinfo meinte und bewegt sich dabei in Richtung der "The Eternal Fall" Phase. Wahrlich dieses Debüt ist ein Fest für Death Metal Fans, die den Old School Sound der '90er Jahre bevorzugen/mögen/lieben. Demnach sind diverse-, bereits etablierte Bands (nicht nur hierzulande) im Zugzwang, wenn sie denn zukünftig mitmischen wollen. Crypts jedenfalls melden sich hier auf verdammt starke Weise selbsttönend bei den DJs, Djanes und Veranstalter/-innen an, die frischen Wind mit einer traditionellen Würzung anbieten wollen. 

Zwar wird es etwas space-ig zu Beginn des Albumtitelstücks "Coven Of The Dead" (Track 6), aber nicht einmal das kann dieser Band auch nur ansatzweise irgendetwas anhaben. Beim Erstdurchlauf dachte ich so bei mir, dass das Stück auf eine sonderbar-skurrile Art eine "Death Metal Ballade" hergibt, die erst nach hinten raus in Richtung Mid-/Uptempo Gemisch übergeht, nur um mit "Paura" (Track 7) das Finalstück zu zünden. Hier erhält der/die Hörer/-in eine Art Benediction-Morgoth Finalvermengung, was letztlich den Eigensound von Crypts ergibt. Die ruhigeren Passagen schleifen sich ordentlich die Gehörgänge ein, um beständige Spuren zu hinterlassen - und genau das tun Crypts! Selbst dann noch, wenn sich Crypts auch mal in fast schon episch atmosphärische Visualtonalwelten vorarbeiten, bzw. dahin entwachsen. Meine Fresse, was für ein saustarkes Debüt! Selbst das Coverartwork ist eine Vollpunktlandung!

V.Ö. 19.03. 21

 

Schafe Schüsse Hammermarke!

10/10 Schafe Schüsse

(This Charming Man Records/Cargo Records 2.021)

https://www.facebook.com/Crypts-Deathmetal-106700557558180/

https://cryptsdeath.bandcamp.com/releases?fbclid=IwAR2Nz4eKyg5XWQaAjNwBq...

Danny B

Schaf Schüsse: 

10
Eigene Bewertung: 10

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