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SCHAFE SCHÜSSE Januar 2.021

Schafe Schüsse aus Berlin 

"Die Ego-Ellbogen einfahren bitte!"

 

Januar 2.021

"Something in the way... hmmmhm... something in the way..." tönt es inwendig aus meinen Jukebox-Synapsen, nachdem ich gerade einen schönen Nighttalk mit einem alten Freund aus meiner Lehrzeit per Telefon hatte. Leute wie er erinnern mich immer wieder daran, dass ich noch nicht der letzte Freaky-kaner auf diesem so verdrehten Planeten sein kann. Da ist noch Licht am Tunnelende. :) 

Wie oft hat(te) man immer wieder das seltsam beschleichende Gefühl, das zwischen den Schultern im Hirnzentrum Trampelpfade fast schon in stoischer Apathie ausgetreten werden, weil man einfach nur noch das Gefühl sucht, dass sich die Zeiten endlich wieder im Sinne einer echten, ehrlich gemeinten- und vor allem tatsächlich GELEBTEN Empathie normalisieren, ohne dass die Menschen über eine Ego-Ellbogengesellschaft laut klagend ihre Jammertiraden in den Äther schwadronieren, während sie in Wirklichkeit absolut nicht bereit sind ihre Verbitterung und ihre teilweise völlig verkrampfte, egoistische Haltung zu hinterfragen und bei sich selbst zu beginnen genau die Probleme zu lösen, die sie so gern, so oft und so viel beklagen. 

Wie oft habe ich das Gefühl, dass die Gesellschaft zu einem gewissen Anteil längst (und unumkehrbar???) in einer irgendwie irrsinnigen Welt angekommen ist, die genau genommen schwer masochistisch-sadistische Züge hat. Genauso krank wie es manche Psychparthen bereits vorleben. Das hat manchmal etwas davon mit einem Wäschekorb surfen zu wollen. So ungefähr kommt mir die Gesellschaft hierzulande aktuell tatsächlich oft vor. (von der täglichen Dreckwäsche ganz zu schweigen)

Die Kessel sind voller glühender Kohlen, der Zug rast in Überschall ohne ein benanntes Ziel durch eine doch sehr dunkle Zeit in der das Jahr 2.020 wie eine megalanger Tunnelfahrt war - man weiß, dass die völlige Dunkelheit irgendwann vorbei ist, nur eben nicht wann genau. Und jeden Tag wird ordentlich Kohle nachgelegt. Und wie das bei nächtlichen Zugfahrten so ist, ändert sich die Sichtqualität nur temporär und nuancenhaft. 

Die schiere Überforderung lacht sich teuflisch bis hysterisch beim Begriff "Burn Out" schlapp, weil diese Ebene längst weit, weit weg- und eher etwas für Nostalgiker ist, denn für Realisten. Und wenn man sich real so im Weltgeschehen umblickt... oh man, was für eine schwer verkorkste Welt...?! Wie konnte es denn bloß so weit kommen, dass einer wie Trump (der in der Vergangenheit als Neben-/Selbstdarsteller in diversen großartigen US Serien [u. a. bei "Der Prinz von Bel Air"; Originaltitel "The Fresh Prince Of Bel-Air"] oder bei diversen US Sport-Events wie z. B. bei Wrestling-Großevents der WWE zu Gast war) ein so flächenmäßig großes Land wie Amerika so krass spalten konnte?!? Es erscheint wie ein Paradoxon, dass eine gespaltene Persönlichkeit ein Land spaltet wie die Axt das trockene Holz. Und der Vergleich mit der sogen. "Axt im Walde" ist gar nicht mal so weit hergeholt.. 

Derweil kann man aktuell bereits kommen sehen wie eine ganz eigen(sinnig)e Spaltung hierzulande fortlaufend immer mehr Zulauf bekommt, weil versprochene Hilfen teils viel zu spät in Bewegung kommen oder gar die völlige Überlastung Menschen in Krankenhäusern, Pflegeberufen oder im Zusammenhang mit der Schule, zwingt sich von Tag zu Tag zu retten. Jeder Tag eine echte Herausforderung.

Ob das Ärzte oder Pflegekräfte sind, die teilweise längst in der Totalüberlastung angekommen sind. Lehrer oder Schüler, die im sogen. Home Schooling irgendwie versuchen es hinzubekommen und von der Gnade völlig überlasteter Server eines überholungsbedürftigen Techniknetzwerkes abhängig sind. Oder auch die Eltern, die entweder im Vollzeitspagat zwischen Beruf und Kindererziehung wie ein Tischtennisball in der Rotation von A nach B gefangen sind... schlimmstenfalls sind es Eltern, die im Tal der gefühlt Vergessenen festhängen, weil sie ihre Berufe nicht ausüben dürfen/können, z. B. normalerweise im Messebau, der Veranstaltungsbranche, Restaurants, Hotels/Hostels... etc. ihre Einkünfte sichern. Sicher ist aktuell wohl nur, dass sich die Erde auch morgen noch drehen wird, während sich jedes Land dieser Welt am eigenen Krisenmanagement messen lassen muss. 

Hierzulande erscheinen mir die ständigen News in Sachen Maßnahmen, Impfmöglichkeiten, Neuvirusvariante(n) etc. immer chaotischer, überzogener... oder wie soll man das nennen, was gerade tägliche neue Realität wird, während sich die Politiker teilweise wie die Kinder verbal balgen, anstatt an EINEM Strang zu ziehen. 

Ernten wir, was wir säten??? Wenn ich an den Virus und an die menschliche Gier, an all' die schwerwiegenden Schäden denke, die wir diesem Paradies namens Erde über Jahrhunderte zugefügt haben... wie viel Blut hat der Mensch allein für seine Gier vergossen?! Vermutlich würde die Masse dessen eigene Ozeane ergeben/füllen/färben. Aber diese schmerzliche Wahrheit, die mehr als nur ein Stachel im Arsch der (vor allem wirtschaftlich reichen) Nationen ist, möchte natürlich kein Mensch sehen, schließlich müsste man dazu vielen Tatsachen ins Auge blicken. Dass dafür irgendwer endlich mal jemand Verantwortung übernimmt - Fehlanzeige und ein frommer Wunschgedanke. Wieso zu etwas stehen, wenn man sich mit dem Verweis auf Andere davonstehlen kann?! Und genau DAS machen so viele megatonnenschwere, menschliche Verfehlungen anhand der Geschichtsbücher klar und vor. Der gleiche Film wird immer wieder neu gedreht, nur mit anderen Protagonisten. Nur das Drehbuchmuster eint sie alle. 

Der "Kessel" von dem ich eben noch sprach, wird (auch aktuell) immer weiter befeuert, so lange bis auch die letzte Niete vom Druck der Überhitzung aus dem feurig glühenden Metall getrieben als tödliches Geschoss durch die Gegend pfeift. 

Wir alle sitzen in diesem sinnbildlichen Zug und haben immer wieder gemerkt wie die Geschwindigkeit immer mehr zugenommen hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Das unbenannte Ziel steht auf einem völlig sinnlosen, irren Plan. Zu welchem Zweck? Um uns selbst zu beweisen, dass alles ein Ende hat? Um den Geruch, den Geschmack und den tödlichen Verlust vom Ende zu erleben? Die Endbarkeit des Lebens lag wohl in unserer Lebenszeit (und da spreche ich für die nackriegsgeborenen Generationen) nie so greifbar nah wie im letzten Jahr, bzw. wie aktuell. Massengräber wurden in einigen Ländern ausgeboben, Mensch starben massenweise! Und doch gibt es Menschen, die nur weil sie noch immer nicht mit Zahlen und Statistiken umgehen können, nicht an die Tödlichkeit dieses Virus' glauben. Gewiss, wer mag schon Zahlen oder Statistiken, wenn man Mathematik z. B. schon zu Schulzeiten eher hasste?! Mit der Realität ist das jedoch anders, die kann man weder präzise planen, geschweige denn pauschal berechnen. Irgendeine Unbekannte gibt es immer, das habe ich dann doch noch in Physik, Chemie und auch Mathe zu Schulzeiten noch mitbekommen und auf meine Wege mitgenommen. 

Kritisch sein, Dinge oder auch bestimmte Maßnahmen im Detail friedlich zu hinterfragen etc. - all' das muss/sollte eine demokratische Gesellschaft schultern und aushalten können, keine Frage. Kalkulierte Spaltung, Hass, Hetze, Dummheit, Missgunst, Gier und Neid jedoch sollten in diesem (neuen) Jahrzehnt, in dieser "modernen" Welt längst ausgedient haben, denn wir alle brauchen kein Studium, kein Abitur, um zu wissen/zu merken, wohin diese Dinge (in der Geschichte der Menschheit) bereits geführt haben - denn genau an dieser Stelle befinden wir uns aktuell erneut. Nun sind es wir alle, die die Weichen stellen. 

Ich denke es sollte doch endlich einmal möglich sein, dass sich jede/-r selbst mal zurücknimmt und die eigenen Ansprüche und Forderungen auf ein gesundes Maß reduziert. Die, die die Fresse am Lautesten aufreißen, sollten endlich auch mal den Mumm haben ihr Hirn und ihr Herz zu benutzen und nicht nur tot oder verwaist durch die Gegend tragen. Wenn Ihr also ein zu Hause habt, zu Essen auf dem Tisch habt, eine Krankenversicherung, eine Wohnung und Menschen, die Euch lieben, die Euch beistehen und Euch auffangen, wenn es mal nicht so gut läuft, habt Ihr schon mehr als ein Großteil der Weltbevölkerung! 

Seid verdammt noch mal froh, dass Ihr Nachts friedlich schlafen könnt, ohne, dass Euch Kugeln oder Bomben aus dem Schlaf reißen. 

Und wenn Ihr aktuell noch immer Euren Job habt, könnt Ihr Euch zu den Glücklichen zählen, die nicht wie abgehangen in der Luft hängen. Wir sollten ALLE dankbar sein, dass sich viele Leute TÄGLICH den Arsch dafür aufreißen, dass wir all' diesen Luxus jeden Tag haben! Ob Verkäufer/-innen, Ärzte, Pflegekräfte in der Medizin, in den Altenheimen, Sozialarbeiter, Postboten und Fahrer von Zustellern, die Leute von der Müllabfuhr, den Reinigungsdiensten (BESONDERS!)... das alles kann man nur dann bewahren und zukünftig hoffentlich wesentlich fairer, gleichberechtigt(er) aufrecht erhalten, wenn man wenigstens den Grundrespekt, die Achtung und die Rücksicht für- und voreinander bewahrt. 

In diesem Sinne bitte ich JEDE/-N unter Euch sich selbst einfach mal wirklich aufrichtig(!) zu reflektieren und zu hinterfragen. 

Ich kann nur hoffen, dass JEDE/-R EINZELNE wirklich tiefenbewusst verinnerlicht und kapiert, dass nur das Einfahren der Ego-Ellbogen ein flüssiges, angenehmes, gesellschaftliches Zusammenleben in der Zukunft ermöglichen kann. 

Einen guten-, vor allem gesunden, erfolgreichen, empathischen Start ins neue Jahr(zehnt) 2.021!

P.S.: Mein "Jahres-Über-Rücken-Blick 2.020" ist bereits in Arbeit, ganz schön umfangreich, wenn man bedenkt, was 2.020 alles so mit sich brachte... 

Euer Danny B.

 

Playlist JANUAR*wird bis 31.01.21 komplettiert

 

Alben/ Musik DVDs/Livestream Shows

* Review hier auf schafe-schuesse.de

** Review zu diesem Album ist in einer Fatal Underground Ausgabe oder beim Eternity Magazin zu finden

- Biohazard "State Of The World Address" (1.994; N.Y. Hardcore/Crossover)

- Blue October "This Is What I Live For" (2.020; Alternative Pop/Rock)

- Carnal Ruin "The Damned Lie Rotting" (2.020; Death Metal/Grind)*

- Nirvana "From The Muddy Banks Of The Wishkah" [Livealbum] (1.996; Grunge/Punk Rock)

- Sick Of It All " Live in a World Full of Hate" [Livealbum] (1.993; Hardcore)

 

New(er) Stuff at my horizon

- A Burial At Sea "A Burial At Sea" (2.020; Post/Alternative Rock)*

- Ashes Of Ares "Throne Of Iniquity" [12" EP] (2.020; )

- Bloodsucking Zombies From Outer Space "This Night On Halloween" [7" Vinyl] (2.020; )

- Gutter Romance "Driven To Distraction" (2.018; Acoustic Punk)

- Hanging Fortress "Darkness Devours" [EP] (2.020; Death Metal)

- Hermann Borgerding "Mein Mittelfinger dem Krebs" [BHN Books] (2.020; Gedichtband)

- Lou Koller, Pete Koller & Howie Abrams "Blut & Schweiß, Sick Of It All, Die Geschichte der Koller Brüder" [I.P. Verlag Jeske/Mader GbR

Iron Pages]  (2.021; Autobiographie-Buch; Hardcore)

- Mastic Scum "Rage" [DVD] (2.016; Brutal Death Metal/Grind)

- The Dead Krazukies "Icarus" (2.020; Melodic Punk Rock/Skater Punk)*

- V. A., "Kneipenterroristen und Freunde Vol. 10, Auf die harte Tour" (2.019; Rock/Metal)

- Weckörhead "Für Lemmy" [New Vinyl Version] (2.020; Rock And Roll/Metal)

 

Einzelsongs 

(Shuffle Mode/CheckIn - Wo man mal mit dem Ohr hängen bleibt)

*z. T. sind mit [z. B. via YouTube] auch offizielle Videoclips gemeint

- Aerosmith "I Don't Want To Miss A Thing" [via YouTube]

- Blue October "The Girl Who Stole My Heart" [via YouTube]

- Bruce Springsteen "Letter To You" [via YouTube]

- Nura "Fotze wieder da" [via YouTube]

 

 Bücher, Mags, Fanzines & sonstiger Lesestoff

- Hermann Borgerding "Mein Mittelfinger dem Krebs" [BHN Books] (2.020; Gedichtband)

- Lou Koller, Pete Koller & Howie Abrams "Blut & Schweiß, Sick Of It All, Die Geschichte der Koller Brüder" [I.P. Verlag Jeske/Mader GbR

Iron Pages]  (2.021; Autobiographie-Buch; Hardcore)

- Michelle Obama "Becoming, Meine Geschichte" [Wilhelm Goldmann Verlag/Penguin House Verlagsgruppe GmbH] (2.018; Autobiografie)

 

schwarz-schafes TOP RELEASE(S), ggf. Wiederentdeckungen und Livestream Performances DES MONATS

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schwarz-schafe Einzelsong TOP 1 des Monats

- Bruce Springsteen "Letter To You" 

 

Videoclip(s) des Monats *sehenswert*

°In dieser Neurubrik geht es um Text, Musik und bewegte Bilder, d. h. um das Gesamtkunstwerk selbst. Dabei können durchaus auch mal ältere Videoclips (die im besten Falle zeitlos geblieben sind) mit einfließen. Der Fokus liegt aber vorrangig auf neuen Videoclips. Am Ende des Jahres werden wir dazu vielleicht auch ein Online-Voting zu denn besten 10 Videoclips des Jahres machen. 

Die Wertschätzung von solchen (oftmals aufwendigen) Produktionen soll dabei bewusster wahrgenommen werden, während der Inhalt selbst unterhält und/oder Emotionen weckt etc.

 

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R.I.P./R.I.F ~ A Farewell Salute to 

- Marsha Zazula

- "Schorsch Klunikoff"

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