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Zwischenschuss, März 2.020

Zwischenschuss aus Berlin

März 2.020

 

"Heute ist Morgen."

Da sitzt sie nun die Welt, in EINEM Boot, irgendwo am Strand dieser Tage. Stürmisch ist die See da draußen und gespalten wie das Meer, das Moses der Sage nach teilte, gebroch-spalten wie das Brot, das Jesus der Überlieferung nach unter den 12 Jüngern der Hoffnung verteilte. Für JEDE/-N(!) einen Bissen. 

So in etwa erscheint mir das Szenario in übertragenem Sinne in diesen Tagen, mittels derer dieses "COVID-19" die Meinungen und Befindlichkeiten spaltet, teilt, bricht oder teils auch in Panik versetzt. Es wird gebunkert, gehamstert und frei rauschwadroniert oder auch der ganze Tag vor der Glotze verbracht, um immer up to date zu sein. Sicher, Information(en) ist (sind) nötig, um zu regulieren, um nicht in Chaos zu verfallen. Und doch muss ich völlig subjektiv gestehen, dass die tägliche Pressekonferenz des Robert-Koch-Institutes eher zum Abschalten hinreißt, genauso wie die ständigen Mantren der Zahlen der aktuell Infizierten. 

Die Regierung schließt und beschließt derweil, dabei jedoch mit einem zwiespältigen Maß in Sachen diverser Branchen. Und damit meine ich nicht die Apotheken, Supermärkte oder Krankenhäuser, sondern viel mehr die Branchen, bei denen auch Menschen zusammenkommen, sei es bezüglich des Friseursalons, diverse (Großraum-) Callcenter oder auch der Baustelle um die Ecke. Wir alle müssen, sollen und wollen unser täglich Brot verdienen und diese nicht einfache Zeit überleben. Die Gesellschaft formiert und informiert sich, während sie (sofern man es mal mit vorsichtiger Überspitzung betrachtet) die Gesellschaft in gefühltem Tagesrhythmus-, zeitlupenartigen Tempo in SloMo auf die Bretter schickt. Der Punch sitzt gezielt im Face. Nicht aber das Virus selbst könnte es sein, dass die Menschheit zum (Nach-)Denken und sich selbst reflektieren zwingt, sondern einmal mehr die Möglichkeit einer drohenden Weltwirtschaftskrise. Die Fonds und Unterstützungen gehen einmal wieder (Wen wundert das wirklich?) in Richtung der Banken, u. a. um diversen Firmen Kredite zu gewähren, denn die Lohnfortzahlung muss gewährleistet sein. Die vielen Künstler, Musiker, ja die gesamte Veranstaltungsbranche - also alle Clubs, Hallen; Bands etc. pp. sind mindestens genauso stark betroffen, aber es scheint als würde in Regierungskreisen teils verkürzt gedacht?! 

Oft sind es u. a. Menschen aus der Veranstaltungsbranche, die aktuell in die Luft geschickt werden, in der sie festzuhängen drohen, auf unbestimmte Zeit (nach aktuellen Stand). Das sind diejenigen, die ihre Krankenversicherung selbst zahlen müssen, was in vielen Fällen nicht wenig Geld ist. Die Meisten dieser Menschen, ob Musiker, Caterer, Veranstalter, Clubbetreiber, DJ/DJane, Techniker, Barpersonal, Booker, Galerien, Maler... etc., müssen genauso ihre Miete zahlen, müssen sich irgendwie von irgendetwas ernähren. Wir alle haben schon gefeiert und (mit-)gesungen, dank derer Jobs, es ist an der Zeit etwas zurückzugeben. Momentan fällt mir zunächst die Möglichkeit ein die Alben, Merchandise Artikel der Künstler/Bands zu kaufen, was in der Summierung schon etwas ausmacht. Manchen Clubs/Konzerthallen, wie z. B. dem Sub Opus 36 e. V., besser bekannt als SO36 in Berlin-Kreuzberg, kann man bespw. mit einer Spende helfen =>  https://so36.com/  . 

Leider vergisst unsere Regierung in bestimmten Punkten, dass die kulturelle Vielfalt gerade unser Land doch sehr viel ausmacht. Nicht umsonst kommen viele Tourneen gern via "Germany", einem guten Markt für Kreative- und Kunstliebhaber. Das Gen der Dichter & Denker, das in der empathischen Wertschätzung überlebt hat. Der Künstler (Maler, Musiker, Darsteller, Schauspieler, Schriftsteller) an sich hat seit jeher gerade in schwierigen Zeiten das Krisenmanagement und die gesellschaftliche Balance immer wieder wertvoll gestützt wie eine tragende Säule ein Haus, das derzeit wieder ein wenig mehr in Richtung eines Kartenhauses tendiert, denn sind wir doch mal ehrlich, schicken wir Buddha nicht bei die Fische, aber die Menschheit steht und fällt mit der Gesundheit des Planeten, der Tierwelt, resp. sind wir abhängig von einer gesunden Umgebung. 

Es ist doch längst kein Geheimnis mehr, dass menscheitsgefährdende Epidemien durch die Esskultur geprägt/losgetreten wurden. HIV, mit Sicherheit auch Krebs, genaus wie COVID-19. Mir scheint, dass das gesäte/angetane Tierleid zum Mensch zurückkommt. Karma lässt per Fleischkonsum grüßen. 

Nur damit das klargeht, ich möchte hier weder irgendwen belehren, noch ihn/sie bekehren, sondern Denkanstöße mitgeben, die den Ball ins Feld positiver Veränderungen werfen. Ob- und wie wir diesen in Zukunft auf- und/oder mitnehmen, liegt bei jeder/jedem selbst. Der Mensch hat die freie Wahl zu entscheiden. "Barfuß oder Lackschuh" wie Juhnke (R.i.F.) einst sang. 

Wie sich derweil einige Mitmenschen bzgl. Konsum und vorab teils dank staatlich-empfohlener(!) Vorsorge (*Man empfahl eines 10 Tages-Vorrat anzulegen) verhalten, indem sie Klopapier, Mehl, Gemüse etc. 'en Masse kaufen, teils sogar notwendige Dinge wie Desinfektionsmittel, Mundschutz aus Krankenhäusern klauen, zeigt letztlich wie rücksichtslos einige mit dem potenziellen Ernstfall umgehen (würden). Damit gefährden sie andere Leben, anstatt ihr eigenes. Ich weiß schon warum ich einer Ego-gesteuerten/-durchdrungenen Gesellschaft nichts abgewinnen kann. Im Grunde ist es wie so oft im Leben, viele strampeln sich ehrlich ab und Andere nutzen Ehrlichkeit, Loyalität und Empathie ohne jegliches Gewissen aus. Hirn und Verstand scheinen dabei oft Fehlanzeige. Für diejenigen, die so handeln, sei gesagt, dass sie nicht besser sind als die, die sie gern kritisieren. 

Da in diesen Tagen vor allem die Mittellosen noch stärker Schutz und Zuwendung benötigen, möchte ich ausnahmsweise auf eine starke Aktion des Hamburger Vereins "StrassenBLUES e.V." verweisen, die eigens dafür eine Crowdfunding ins Leben gerufen haben, um auch das Leben diverser Obdachloser aufrecht erhalten- und sie versorgen zu können. https://www.betterplace.org/de/projects/77958

So viel für den Moment. 

Seid umsichtig, empathisch, hygienisch wie allgemein empfohlen und kommt alle gut durch diese Zeit, vermutlich wird dies nicht die letzte Krise dieser Art bleiben.

Euer Danny B.

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