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"Punk's Not Grauzone"

 

Hallo liebe Freunde der Beatmucke,

insobesondere meine ich Euch, die dieses Ding namens "Punk" im Herzen tragen. Heute möchte ich den vom Wahnsinn getriebenen Versuch wagen endlich einer Thematik ein für allemal den Riegel vorzuschieben, die mir seit JAHREN immer wieder den Gallensaft von den von innen her schiebenden Magenwänden nach oben treibt, eine Farbe wird zum Gegenstand der Kategorisierung, zum Teil einer Subkultur, die ohnehin von vielen eher oberflächlich-, anstatt aus dem Herzen heraus, mit lauten Rufen nach der "pauschaltotalen Schublade" betrieben wird. Die eigene Unzufriedenheit wird im Mantel, der viel zu oft in den Nähten von Neid, Misgunst und Unwissenheit steckt und jegliche Wahrheitsfindung, Diskussion in die Schubladen der totalen Verweigerung verwiesen wird. Am Ende haben die lauten Schreihälse nur eines erreicht, sie haben ihr sonst eher langweiliges Dasein mittels Profilierungssucht gepimpt und fragwürdigen Quellen nebenbei auch noch ein Podium verliehen. 

Ich spreche von PUNK, den/die/das einige mit ihren pauschal-mutmaßenden "Grauzone" Rufen eher in seiner eigentlichen Freiheit beschneiden, bzw. genau genommen zurechtschneiden/-stutzen wollen bis es ihrem vorgegebenem Bild entspricht, das sie oftmals nur bei irgendwem abgekupfert und unreflektiert nachgeplappert haben. Genau das, was einst Bands wie die Sex Pistols, U. K. Subs, Angelic Upstarts, The Exploited, Dead Kennedys oder auch OHL, Die Skeptiker, Nina Hagen u. v. m. mit ihrem non-digitalen-, tapeverrauschtem Sound zu einem Gefühl des sich verstanden Fühlens in pure Magie umwandelten. FREI SEIN, FREIHEIT... genau DAS war es einfach. Sein Ding durchziehen, ohne Konventionen, Dogmen oder Schubladen. Freilich, es ging gegen alles. Oben, unten, mitte, rechts, links - einfach alles, was in eine Schublade passte, passte eben gerade deshalb nicht. Und genau das wahrte dieses Freiheitsgefühl, das man so liebte und sich zueigen machte. 

Was allerdings in den letzten 10-15 Jahren immer wieder bitter und immer bitterer quer im Magen feststeckt und den besagten Gallensaft nach oben treibt, ist mir immer wieder, quasi in ganz und gar nicht schöner Regelmäßigkeit "SZENEINTERN" begegnet , mit- und ohne Net(z)!  Es scheint einige profilierungsbedürftige-, selbsternannte "Korrektler" zu geben, die irgendwann in besagter Zeitspanne plötzlich aus dem ungesäten Boden schossen und sich berufen fühlten eine Art Szenepolizei zu bilden, Checklisten inklusive. Alles, was denen auch nur im Entferntesten unklar war (vor allem bzgl. vieler Bands, Szenemitgestalter, Veranstalter etc.), wurde auf ein Flachniveau herabgesenkt, wie ein Haar im Kerzenlicht und erst mal pauschal mit dem Stempel der selbstkreierten "Grauzone" überzogen. Es wird alter Stasi Jargon reaktiviert und von "Subjekten" gesprochen. Ist das deren Ernst??? Ich rede hier gewiss nicht pro Frei.Wild oder sowas, weil mich diese Band nicht einmal musikalisch tangiert. Somit darf diese Vermutung direkt da gelassen werden, wo die Nullreflektion jener selbsternannten Szenebullen (Männer wie Frauen) deren Vakuum weiter nährt. 

WO bitte fängt Grauzone an und wo hört diese auf? Wer kann eine klare Definition dafür offenlegen, mit der dann auch wenigstens 90% konform gehen? Aber halt, ich vergaß schon wieder - das ernsthafte Bedürfnis der offenen Diskussion ist ja leider unerwünscht. Dabei sollten solche Diskussionen doch gerade bei Veranstaltungen wie dem "Too Drunk To Watch - PunkFilmFest" in Berlin erwünscht sein, anstatt Checklisten rauszugeben, die elitär-kategorisch frustriert die Chance verwehrt wirklich interessierten-, noch leicht beeinflussbaren Kids echte Optionen/Alternativen zu bieten, die sonst rechte Idioten nutzen, um diese Kids sicher ins Seelenfängernetz zu locken?! Liebe PunkfilmFestival Macher fragt doch z. B. mal die "Blauen Möwen" (aus Berlin) was sie Eurem Jargon diesbzgl. und solcher Art elitärem Gehabe halten? Ist das noch Punk?

In der Vergangenheit erlebte ich selbst immer wieder hautnah mit wie Labels, wie z. B. Puke Music (R.i.F.), die über JAHRE(!!!) die globale Vielfalt mittels vieler Konzerte szenintern bereicherten, plötzlich mit unreflektiert-haltlosen "Grauzone" Vorwürfen stigmatisiert wurden. Ich schrieb damals aus Loyalität und Freundschaft das ellenlange Pamphlet für Bernd Böhm (R.i.F.), den solche Vorwürfe schwer aufrieben, gerade weil sie wieder einmal quasi anonym in die Welt geschissen wurden. Ungebetener geistiger Dünnschiss eben, der auch über diverse Bands ergossen wurde, die so gar nichts mit Rechtsoffenheit o. ä. zutun hatten.

Genauso wie einige völlig von Frustration überspannte Überkorrektler schon von "Patriotismus" sprechen, wenn eine Band auch nur das Wort "Deutschland" im Kontext mit naturbelassenen Landstrichen in einem Song einbaut. Dass man das auch ganz zynisch/sarkastisch gemeint haben kann, wie z. B. Die Toten Hosen in "1000 gute Gründe" einst, kam den lauten Unkenrufern in den Elite-Club-Gremien gar nicht in den Sinn. Ist DAS wirklich noch Punk? Ist das noch dieselbe Freiheit, die einen einst so wildwachsend frei beflügelte?

Nicht selten wird auch schnell ausweichend von "Sexismus" gesprochen, wenn z. B. ein Drummer oder Sänger sein Shirt auf der Bühne auszieht. WTF?!? Geht's eigentlich noch??? Ich meine, dass es in einem Club im Scheinwerferlicht durchaus recht tropisch warm werden kann, sollte doch nachvollziehbar sein, oder?! So geschehen u. a. bei den Abstürzenden Brieftauben z. B.. Wieso sind dieselben Leute dann auf dem anderen "Sexismus" Auge blind und stören sich an Frauen, die z. B. im BH auftreten nicht? Nichts gegen Feminismus und Gleichberechtigung, dann aber bitte fair für ALLE Geschlechter!

Wollen Opfer von sexuellen Übergriffen überall im Alltag-, sogar beim Weggehen ständig mit Sexualität/Sexismus konfrontiert werden? Wollen nicht viele Opfer eigentlich lieber wieder zurück in ihre frei-sexuellen Verhaltensweisen wie vor ihren "Trigger-Erlebnissen"? Mir kommt das manches Mal wie ein Hang zum Sadismus vor, wenn manche ordentlich Salz in die offene(n) Wunde(n) streuen, via ihres Überhangs zur politisch-sexuell-überkorrekt-suggerierten Anprangerung (*wohl gemerkt rede ich ausschließlich von der freien Entscheidung derer, die sich im Rahmen ihrer Performance auf der Bühne entkleiden möchten!). 

Doch zurück von dieser thematischen Nebenstrasse zum eigentlichen Ursprungsthema bzgl. des "Grauzone" Geschwalls. Es reicht ja schon, dass man z. B. türöffnende Punkbands wie OHL als "CDU Punk" in den Grauzonenkontext stellt. Ich habe u. a. in den letzten Jahren mal eine junge Punkband livehaftig erlebt, die on Stage über "Pedder" (R.i.F.) bzw. über Daily Terror herzogen. Über einen Verstorbenen!!! Da ist der Anstand restlos auf der Strecke geblieben. Nicht nur, dass man Daily Terror offen-lauthals als antisemitisch hinstellte... die Tatsache, dass eben jener, der Daily Terror runtermachte, vermutlich noch nicht einmal geboren war als die betreffenden Lieder aktuell waren und er somit rein geschichtlich den Kontext nicht den damaligen Zeiten angemessen nachvollziehen konnte, nein er bekam auch noch unreflektierten Beifall. Genau da komme ich an einen für mich kritischen Punkt. Wenn Punk linksaffin ist, gern. Neonazispacken mag auch ich so gar nicht. Wenn dieses links aber in eine Art eigenwilligen Links-Faschismus abdriftet, bin ich definitiv raus. Faschismus ist mir zuwider, egal ob im geistigen Schatten eines Hitler, Stalin, Honecker, Bush, Trump, Putin, Erdoğan, Kim Jong-un... oder auch solcher gefährlichen Vereine wie KKK, AfD, REP, DVU... egal unter welchem Namen inhumaner Wahnsinn den Abgrund des massenhaften Verderbens sucht (da schließe ich auch diverse religiöse Extreme nicht von aus!), OHNE MICH!

Klar gibt es einige, wenige zweifelhafte Leute/Bands, die den Begriff "Punk" nutzen (wollen), um leichtgläubige Kids in ihre Netze zu locken, das ist mir absolut klar. Worum es mir hierbei geht, ist der Schlussstrich der Zerstreuung/Aufspaltung innerhalb der Punkszene selbst. Was zu Ostzeiten die sogen. "IMs" der Stasi waren, sind heut überstudierte Egosüchtige, die scheinbar nicht den Hauch dessen verstanden haben, was Punk eigentlich ist. Punk hört man nicht nur, man spürt es. Es geht nicht um die ranzigste nietenbesetzte Klamotte/Kutte, sondern darum, sich ERST intensiv mit einer Band, einem Label etc. auseinanderzusetzen, die Ursprünge mit einzubeziehen und ggf. am Besten mal direkt bei dem-/derjenigen nachfragen wie etwas gemeint ist?! Sich das Maul zu zerreißen oder die vorgegebene Meinung Anderer zu kopieren und unreflektiert, ungefragt öffentlich(!) abzusondern, ist jedenfalls schlichtweg so dumm wie ein Vakuum Fülle haben kann. 

Wie wäre es also mit ein bisschen back to the Roots? Warum nicht zurück zu der Freiheit, die jede/-r einzelne unter Euch so gern mit Punk in Verbindung bringt und gelebt verstanden möchte? Fragt Euch mal, woher Euer Neid, Eure Misgunst rührt?! Seid Ihr nicht vielleicht schon zu sehr Teil eines konstruierten Systems? Hat das wirklich etwas mit bestimmten Bands, Labels zutun? Oder sucht Ihr einfach nur einen Kanal in den Ihr ungebeten/ungefragt Eure Unzufriedenheit stopfen könnt? Das ist dann übrigens genauso widerwärtig wie man Gänse mit Gewalt vollstopft, um sie zu Weihnachten als Braten zum "Fest" der Liebe auf dem Tisch zu servieren. Ich nenne das dann Heuchelei/Bigotterie. Dasselbe tun einige selbsternannte Oberlehrer, die ihr Aha-Erlebnis in Sachen Punksound sehr wahrscheinlich nie hatten. (Was in der Hardcore Szene teils ähnlich ist.) Wenn Punk (und Hardcore) heutzutage ist, dass Du die Kohle für jedes Konzert, jedes Album, jedes Shirt hast, dann meinen wir etwas unterschiedliches. Für mich hat Punk (und Hardcore) unweigerlich auch damit zutun Dreck zu fressen bzw. Dreck gefressen zu haben, ohne dass man es pausenlos forciert hat.

Wenn auch der letzte Punk der "Grauzone" zugeordnet/zugeschoben wurde, werdet Ihr merken, dass Punk nur von- und in Freiheit, ohne Ketten, leben kann.  

In diesen Sinne, 

Back to PUNK'S NOT DEAD!

Danny B.

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