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UFOSEKTE "Ufosekte" [7"]

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

05-2019

Label: 

Genre(s): 

Mainhattan (*Frankfurt/a.M.), gilt spätestens seit den '90er Jahren als Undergroundschnittstelle/Fundus eines musikalisch recht breitgefächerten Schmelztiegels. RHP (*Mastermind Moses Pelham), Schwester S aka Sabrina Setlur, diverse Tekkno und House DJ/-anes, Wirtz, B.O., Tankard... die Genres sind so breit wie die Hochhäuser der Mainmetropole hoch. Die '90er Jahre bilden im Falle des hier vorliegenden Debüts von Ufosekte (was für ein Name, haha) auch das konzeptionelle Imagezentrum, das auf die Kultserie "Akte X" zurückgeht. Oder um es mit einem damaligen Posterslogan treffend zu umreißen: "I Want To Believe.". 

Gerade bei Debütscheiben ist der CheckIn immer wieder ein Abenteuer, weil man selten weiß, was musikalisch auf einen zukommt - genau das liebt man oder hasst man. Die große Weite des Ungewissen, was wiederum bestens zum Basiskonzept dieser Band passt, die stilistisch von sich selbst sagt, dass man "something with Punk" zockt. Na denn mal angeschnallt und abgewartet, ob die Triebwerke dieser "Sekte" auch dementsprechend zünden?!

[A-Seite] Mit "Sickness" (Track 1) schrammelt kontrolliert sympathisch der Opener heran, der schön flott gezockt die löchrigen Socken auf scharf stellt. Wer ursprünglichen English Punk mag, sollte hier direkt mal seine Ohren auf die Frequenz einstellen. Das mit den Triebwerken funktioniert nämlich überraschend hervorragend. Mit erfrischender Kante zockt die Üfosekte auch "What Is Not" (Track 2; Anspieltip I) in schönem Uptempo. 'S läuft. Selbst "Looking Outside" (Track 3; Anspieltip II) überschreitet die 2:00 Minutenmarke (voerst) nicht. Die A-Seite umspannt dabei thematisch die eher ruhelosen Themen dieser Welt und Zeiten, von der täglichen Maloche angefangen (typisches Thema bzgl. der Punk Ursprünge) -"Sickness"-, über die Suche nach Ruhe und Frieden in/auf dieser Welt -"What Is Not"- bis hin zur Desillusionierung -"Looking Outside"-. Die Band spielt dabei im Fluss, aber noch spitz genug, um nicht glattpoliert zu wirken, weder von der Produktion, als auch von den Gesamtanlagen her. 

[B-Seite] "Kneel Down" (Track 4) lässt vor allem den Ufosekte Drummer Krakenarme wachsen, zumindest spielt er die Töpfe so an, wenngleich auf Songmitte in etwa die Bremse getreten wird und Zeitlupenzeit das Stück ausatmen lässt. Mit "Failure" (Track 5; Anspieltip III) ist dann auch ein Stück im Finalgang, dass kometenhaft zündet, jedoch nicht verglüht. Hier kommt in der zweiten Songhälfte auch mehr Variation auf, ohne angestrengt zu wirken. Insgesamt eine klasse Punk/Punk Rock Scheibe, die fett Laune macht, zwar Old School dedicated klingt, vom Sound her aber komplett aus der Frischzellenabteilung kommt. Kann man definitiv blind kaufen. Nebenerkenntnis ist, dass das Berliner Label Tomatenplatten sich zu einer Adresse für leidenschaftliche Mucke mausert, die man bei den diversen Majorlabels vergeblich sucht.

V.Ö.: 11.05.19

 

9,0/10 Schafe Schüsse

(Tomatenplatten  2.019)

https://www.facebook.com/ufosekte/

https://ufosekte.wordpress.com/?fbclid=IwAR2U2fOMI8tbqZ25guT6Ph4rs3ZmmyE...

Danny B

Schaf Schüsse: 

9
Eigene Bewertung: 9

Review No.: 

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UndTschuess