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SORROWS PATH "Touching Infinity"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

09-2017

Label: 

Genre(s): 

Wenn ich bzgl. des hier vorliegenden Albums der aus Athen stammenden Doom Metaller alles richtig verstanden habe, dann handelt es sich hierbei nicht nur um eine geschäftliche Wiederbelebung mit dem Berliner Label Iron Shield Records, sondern auch um einer Neuauflage(?) des vierten Albums dieser mir bislang unbekannten Band, das bereits im September 2.017 erschien. Und das will etwas heißen, zumal Sorrows Path bereits seit 1.993 ihre stilistisch eher mittleren Tempobahnen ziehen. Im Erscheinungsjahr des Albums (also lange vor der Coronakrise) eröffneten diese Jungs immerhin für die Genre Ikonen Candlemass. Letztlich stellte sich mir just die Frage, warum mich erst drei Jahre nach Veröffentlichung dieses Albums selbiges erst erreichte? Nur so viel: an der Post lag es nicht.

Ich war vorab echt gespannt wie sich Doom Metal (in diesem Metier sieht sich die Band selbst) mit griechischer Mentalität gezockt anhören würde? Griechenland ist u. a. für seine große Leidenschaft in Sachen Musik bekannt, was man bereits nach dem "Intro To Infinity" (Track 1) bei "Fantasies Will Never Die" (Track 2) gut raushören kann. Schon von der Soundqualität her stehen Sorrows Path zeitgemäß im Fluss der weltweiten Metalgemeinde. Sauber gezockte Gitarrensoli und leicht orientalisch gezockter Heavy Metal, der gar nicht so schwerfällig durch die Gegend walzt, wie vorab dank der Genrebezeichnung erwartet, sondern eher im chilligen Midtempo angesiedelt, echt interessant rüberkommt. Deutlich grooviger ausgelegt, tönt sich "Leneh" (Track 3; Anspieltip I) in die Ohrentiefen. Zunächst verwirrte der Songtitel etwas, bei dem Google nur Namensformen ausspuckte. Mit Blick in die Lyrics klarte aber auf, dass Sorrows Path hier tatsächlich eine weibliche Göttin anpreisen/umreißen/-werben, die rein fiktiver Natur zu sein scheint. Warum ich dabei an den alten Kultfilm "Kampf der Titanen" denken musste, weiß ich gar nicht so recht. Sänger Angelos Ioannidis jedenfalls gibt stimmlich starke, klassische Heavy Metal Töne her, die bei "My Chosen God" (Track 4) sogar von growlingartigen Backgrounds flankiert werden. Besonders das Gitarrenduo Salomidis/Vichos haben bislang die Stücke effektiv rund ausgeschmückt, ohne zu viel Soligefrickel einzuweben, was für das Feingespür beim Songwriting spricht.

Selbst der etwas düsterer kommende "Metaphysical Song" (Track 5), der schon deutlich doomiger ausfällt, jedoch sehr modern/zeitgemäß reinläuft, bietet Abwechslung satt - auch gesanglich. Angehörs solch' starker Songs wie "The Subconscious" (Track 6; Anspieltip II) hätte diese Scheibe auch gut in die '90er Jahre gepasst, ohne zeitlich zu verblassen. Gerade bei diesem Song, hat man direkt auch so einige groovige Heavy Bands im Hinterkopf, die bei den "truen" Festivals und Open Airs bis heute angesagt sind und mitmischen. Sorrows Path geben somit selbstredend ihre Visitenkarte ab und empfehlen sich selbsttönend auf weltweiter Flur. Bei diesem Stück sticht vor allem das vorantreibende, dynamische Drumming von Fotis Mountouris ins Ohr, der mittlerweile nicht mehr zum LineUp zu gehören scheint, wenn man deren Facebook Site als aktuellen Maßstab ranzieht. Die Themen in den Songs bleiben vom Hang zu Mystik und Pathos geküsst, was jedoch nicht stört, sondern sich eher flüssig einfügt - "Beauty" (Track 7). Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass Sorrows Path mit einen Tick mehr orchestraler Fülle sogar noch etwas mehr Boden gut machen könnten?! 

Ein klein wenig Paradise Lost Einfluss auf den Saiten meine ich immer wieder zu Beginn von "Forgiveness" (Track 8) ausmachen zu können?! Dass Sorrows Path jedoch nicht darauf festfahren, hört man im weiteren Verlauf. Die Mucke bleibt weiterhin homogen bis dynamisch auf den Spielfeldern ausgedehnter Heavy Metal Pfade, was auch beim folgenden "Revival Of Feminine Grandeur" (Track 9; Anspieltip III) so bleibt. Ob es am Vocaleffect liegt oder an der Stimmfarbe, dass ich in manchen Momenten immer wiedermal an Dave Mustaine denke....? Die Mucke selbst rangiert dabei so gar nicht in Megadeth Nähe, im Gegenteil, selbst ein Pianopart findet hier Raum und fährt kurz darauf erstmals volles Bollwerk aus, ohne in Hyperblast zu verfallen. Von den Anlagen her (insgesamt gesehen) das hervorstechenste Stück auf "Touching Infinity". Das Albumtitelstück "Touching Infinity" (Track 10) ist gleichzeitig der Finalschließer und rein instrumentaler Natur. Alles in allem eines der Alben, die vor allem auf Vinyl doppelt Sinn machen, weil man diese Scheibe auch anno 2.020 immer wieder gern auflegt. 

7,0/10 Schafe Schüsse

(Iron Shield Records  2.017)

https://www.facebook.com/SorrowsPath/

Danny B

Schaf Schüsse: 

7
Eigene Bewertung: 7

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UndTschuess