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SCARLET REBELS "Live: Made In Sonic One"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

10-2020

Label: 

Genre(s): 

So ganz anders als der Albumtitel suggeriert, handelt es sich bei diesem Album nicht etwa um ein Livealbum vor Publikum, sondern um eines, das in den Sonic One Studios in Llanelli, Wales eingespielt wurde, ohne Overdubs, Backing-Tracks o. ä. zu verwenden. Mit anderen Worten dieses Album wurde am 15. Juli diesen Jahres komplett Live eingespielt. Also quasi auf eine Art Live, nur eben ohne Stream. Die Band selbst entstieg der Band VoiD, mit der man zwischen 2.009 und 2.015 drei Alben veröffentlichte und die Stilrichtung des Melodic Hard Rock bereits vordefiniert wurde. Immerhin schwimmen hier musikalische Gen-Spuren von Simon Townshed mit, dessen Sohn und als Gitarrist+Keyboarder Josh Townshed Teil von Scarlet Rebels ist, der zudem der Neffe von Pete Townshed (*The Who) ist. 

Unter dem Bandnamen Scarlet Rebels erschien dann im August 2.019 das erste Album "Show YourColours" von dem auch auf diesem Werk Stücke am Start sind. Somit ist es halb so schlimm, dass deren Erstwerk nicht nur mir gänzlich unbekannt sein dürfte, was in diesen Zeiten kaum verwundert.

"You Take My Breath Away" (Track 1) eröffnet die ziemlich gut produzierte Session und setzt direkt mit griffigen Riffs und pop-rockigen Hard/Glam Rock vermengten Tönen erste Akzente, die zunächst eher gewöhnlich im Feld handwerklich sattelfester Mucker rangieren. Vorschusslorbeeeren oder gar Name-Dropping-Bonus gibt es bei mir aber nicht, denn wem nutzt schon die beste namentliche Adresse, wenn dich die Mucke nicht überzeugt?! Zunächst bin ich in dieser Hinsicht noch etwas untentschieden, zumal auch "Save Me" (Track 2) gewiss kein schlechter Song ist, mich jedoch eher an das typische Melodic Glam/Hard Rock Mittelfeld der '80er Jahre erinnert. Bands wie Warrant und/oder Mötley Crüe kommen mir spontan in Erinnerung, was letztlich auch für eine gewisse Qualität der Scarlet Rebels spricht. Der kleine, feine Unterschied besteht in den doch sehr hauchdünnen Nuancen, die bei Scarlet Rebels zunächst eher klar im Rock Genre liegen, anstatt im Heavy Metal, wenngleich Sänger+Gitarrist Wayne Doyle seine Skills definitiv auch im klassischen Metal hat. 

Bei so viel '80er Atmosphäre im Schlepptau verwundert auch die typische Quotenballade "Heal" (Track 3; Anspieltip I) nicht. Seltsamerweise ist dieses Stück nicht nur dank der musterfesten Arrangements das erste Highlight (das trotz klarer Einflussschlagseite) irgendwie so punktet, dass man sich inwendig schon den Videoclip dazu vorstellen kann wie dieser bei MTV läuft. Dank etwas mehr Punch und Drive kommen Scarlet Rebels mit "Let Me In" (Track 4; Anspieltip II) dann endlich auch etwas mehr aus dem Quark und könnten hiermit den perfekten Retro-Soundtrack abgeliefert haben, um zu einer neuen Welle wasserstoffblond-gefärbter Mädels im Hairspray Queen Style zu führen. Stücke wie diese hätten so manche "Baywatch" oder auch "Miami Vice" Folge locker unterlegen/aufpeppen können. Entweder sind Scarlet Rebels also gute 25-30 Jahre zu spät dran oder es ist tatsächlich die Revival-Zeit sogen. Karottenjeans, die ja aktuell noch immer die Pubertiere gern und oft zur Schau tragen als wär's der neueste Schrei. Es kommt also tatsächlich alles wieder - auch die Musik! "No One Else To Blame" (Track 5) bleibt in diesen stilistischen Fahrtwassern, ohne mit der Wimper zu zucken. "Part Of Me" (Track 6) bildet dabei die stilistische Ausnahme, zumal hier sogar Country Rock Einflüsse durchschimmernd mitschwingen. Handwerklich ist das alles über jeden Zweifel erhaben und genau die Art Mucke bei der ewig Junggebliebene und Nostalgiker/-innen bei den diversen Klassentreffen (sofern denn überhaupt aktuell möglich) sich noch mal so richtig ausleben können, ohne damals je zu Metal gewesen zu sein - "Not The One" (Track 7; Anspieltip III). Genau die Art Mucke, die ewig jung und zeitlos bleibt, nur eben auch direkt zeitversetzt zu sein scheint. Gerade die Mädels, die z. B. auf Bon Jovi, Warrent, Mötley Crüe abfahren, sollten bei diesem Album unbedingt mal ein Ohr riskieren, es könnte gut sein, dass hier in den knapp 29 Minuten ordentlich was den Süd-Walisern hängen bleibt?!

7,5/10 Schafe Schüsse

(ROAR! Rock Of Angels Records 2.020)

http://www.scarletrebels.com/

https://www.facebook.com/ScarletRebels/

Danny B

Schaf Schüsse: 

7
Eigene Bewertung: 7

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