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PUNISHABLE ACT "X, Dogs Of Hardcore" [Limited Edition]

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

09-2018

Label: 

Genre(s): 

Wenn eine Band bereits 25 Jahre auf dem Buckel hat, braucht man sie sicher keinem mehr vorstellen, andernfalls gäbe es betreffende Band längst nicht mehr. Im Fall der Berliner Punishable Act verhält es sich zugunsten des Hardcore, der (auch dank ihnen) von der Vielfalt der Punchauslegung lebt. Punishable Act feiern ihr Jubiläum standesgemäß mit ihrer Art Bombenabwurf mitten in den Moshpit. Here we go.

Mit "Twenty Five" (Track 1) zu eröffnen macht nicht nur Sinn, sondern scheint der logische Schritt in die ungewisse Zukunft, der nach wie vor vom Einfluss der Suicidal Maniacs lebt, dem allerdings auch ordentlich Slayer Nackenzuschlag inneliegt. Hardcore meets Thrash Metal. Die kurz gehaltenen Liner Notes im Booklet geben zu jedem Song etwas Message Background mit. Stilecht feiern P. Act auch den Hip Hop, der zu Beginn von "Boom" (Track 2; Anspieltip I) die Partytime einläutet. Und wenn man die Nummer so hört, die einst im Will Smith zu neuen Erfolgen führte, dürfte hier ein neuer Crowd Singalonger für anstehende Shows gesichert sein. Freilich nicht ganz ohne Augenzwinkern. Ich bin gespannt wie sich die Konzertbesucher dazu in Sachen Moves gebärden?! ;-) 

Was den Hardcore immer bereichert hat, war die Freiheit sich stilistisch nicht limitieren/begrenzen zu müssen. In diesem Sinne tönt auch "Cross The Styles" (Track 3) und lässt vor allem nach hinten raus ordentlich Groove walzen. Ebenfalls typisch und zum Fahrtwasserdrive passend gibt es mit "I Like My Enemies" (Track 4; Anspieltip II) standesgemäß Midtempo Heavyweight Hardcore, der es sogar schafft an die Genre Hochphase des '90er Jahre zu erinnern. Da tönt "My Therapy" (Track 5; Anspieltip III) sogar noch weiter zurück zu den Punkwurzeln. Rein musikalisch dachte ich beim ersten Anlauf zu Beginn direkt an die Bloodhound Gang (F)Low-Drive-Bretter. Im Zuge des menschlichen Entwicklungsprozesses zeigt sich hier ein klassisches Beispiel, das vom Text unterstützt bis hin zu den Stimmen von Mike's (voc.) Kindern führt. Zwar nicht neu in der Musikwelt, aber doch immer wieder ein Zeugnis für das Herz, das da in der Brust schlägt. Harte Schale,... naja, Ihr kennt das. ;-)

Wer es von den Texten her einfach, aber aussagekräftig mag, ist im Hardcore meist goldrichtig. Warum auch immer tiefenpoetisch, wenn das Leben oft eher einfach gestrickt ist. Manchmal steckt da auch etwas Generationskonflikt mit im Futter - "Independence" (Track 6). Frei nach dem Motto "Wenn du mir nichts erzählen willst, höre ich dir auch nicht zu." ;-) (Joke!) 

Vom Sound her geht das Album schwer in Ordnung und hebt sich von den Genrekollegen (auch innerhalb Berlins) ab. Dass man selbst House Of Pain (u. a. auch von Kriss Kross interpretiert und bekannt) featured hat Mut und Humor gleichermaßen inne - "Jump Around" (Track 7; Anspieltip IV). Das Ganze veredeln P. Act mit eigenmarkigen Groove-Drive, womit Ohrenfutter für die nächsten Parties gesichert ist. Da bekommt die berlininterne Partyreihe "Drop The Bomb" doppelten Sinn. P. Act bedanken sich mit dieser Scheibe Track um Track, das kann man beim Rundown raushören, was besonders von "One Voice Crew" (Track 8) in typischen Rundumschlägen rausgezockt wird. Kleine Body Count Momente kommen funkenkurz zum Zug und entführen in satten Drive. 

Auch Genrekollegen dürfen kaum noch auf neueren HC Scheiben fehlen. Im Falle von "Pa Dna" (Track 9; Anspieltip V) wird ein astreines Brett mit Gast-Vocalist Mike von Charleys War in nur 1:29 Minute rausgebombt, gefolgt vom Message Statement "Unsere  Werte" (Track 10) bei dem Final Prayer Panki den Feature Part innehat. Gerade die kurzen Stücke lassen amtlich Splitter zurück - "Vegan Youth Warfare" (Track 11), bevor mit "Wall City Hardcore" (Track 12) der Schlussgong eingeläutet wird und noch einmal eine schöne Singalong Nummer hinterlässt. 

'Ne echt schnieke Scheibe mit 'ner Menge Input, Message und Infos, die echt Spaß macht und die Weiterzapp-Generation wegdrückt. 

 8,75/10 Schafe Schüsse

(Steeltown Records/Core Tex/Cargo Records 2.018)

https://www.facebook.com/punishableact/

Danny B

Schaf Schüsse: 

8
Eigene Bewertung: 8

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UndTschuess