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PERDITION SECT "End Times"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

10-2020

Label: 

Genre(s): 

Es ist gestaltete sich im Vorfeld etwas stark verwirrend bzgl. des hier vorliegenden Releases, da man sich zunächst vorab unter dem Band-/Projektnamen Hell Is Here präsentierte, ich nun aber beim Finalgang feststellte, dass sowohl der Bandname-, wie auch auch der Albumtitel kurz vor Zieleinlauf geändert wurde. Die Songtitel wurden natürlich beibehalten. Verwirrend also... kurzzeitig sehr verwirrend. Deshalb fragte ich direkt bei deren Label nach was denn nun final-korrekt wäre, um sicherzugehen?!

Solche Basisfakten sind ja nun Teil des Ganzen und nicht ganz unwichtig, zumal hier einige-, durchaus bekanntere Mucker, u. a. Keyle Severn von Incantation (dr.), mit am Werk sind, doch dazu später vielleicht mehr. 

Man hat sich also kurzerhand in Perdition Sect umbenannt und dem hier vorliegenden Album den Titel "End Times" zugeschustert. Das Projekt selbst ist ein Ideenkind der Pandemiezeit dieses quasi geschichtsträchtigen Jahres und ist somit tatsächlich taufrisch am Start. Trotz der Metaleinflüsse der Bandprojektmitglieder hatten die kultigen Discharge (lt. eigener Aussagen) letztlich den Haupteinfluss, bzw. waren Stein des Anstosses für dieses Bandprojekt, was sich (so viel sei vorweg verraten) auch im Sound von Perdition Sect niederschlägt. 

"Niederschlag" - das ist das nahezu perfekte Schlagwort für den Opener "Plague Of Incompetence" (Track 1), der nach relativ ruhigem Beginn per Basslauf von Mike Lare (*Eternal Bloodshed, Ringworm) in einen Thrash-Punk-igen Lauf mündet, der tatsächlich Discharge Spuren erkennen lässt. Mich persönlich hat dieser stilistische Punk-Thrash Metal Mix auf direktem Weg gepackt, was auch von echt amtlichen Gitarrensoli veredelt wurde. Es ist vor allem die hohe Intensität an Krawallwumms in Sachen Durchschlagskraft, die hier mit der Abrissbirne mitschwingt -"Scorched Earth Industry" (Track 2; Anspieltip I)-, aber auch der schön verwaschen-ranzige Sound, der vor allem dank der Bassläufe den Feinschliff mitgibt. Selbst Death Metal Einflüsse der Marke Bolt Thrower finden (u. a. dank der Vocals) statt. Vom Pegelausschlag her bleibt es auch bei "Not If But When" (Track 3) ähnlich im treibend-offensiv Lauf, der auch etwas The Exploited Kantenschlag abbekommen hat, sich aber dank kleiner Solieinlagen von Bass und Gitarren dann doch stärker in eigene Gebräutiefen begibt. Mit dieser Art Mucke dürften diverse Metalheads ihre Punker/-innenkumpel/-innen ins Schlepptau knoten, um (sobald wieder möglich) gemeinsam Party as it's Fuck in Höchstvollendung zu zelebrieren, wofür sich auch "Social Media Leprosy" (Track 4; Anspieltip II) im starken Selbstlauf empfiehlt. Hier kommen die The Exploited Einflüsse meines Erachtens sogar noch einen Ticken stärker durch. Wären die kleinen cleveren Zwischenschübe nicht, würde es tatsächlich etwas zu monton die Windungen in die Hirnwindungen fräsen, so aber ziehen sich Perdition Sect beachtlich erfrischend aus der netten Atmo-Affäre. 

Wer schon immer einmal einen Hauch/Anflug von Obituary Groove auf Discharge Spuren gezogen hören wollte, der/die sollte unbedingt "Bite The Hand" (Track 5; Anspieltip III) anchecken. Abgesehen von den Vocals und den Gitarrensoli kommt hier einer meiner persönlichen Highlight-Favoriten von diesem Album mit sattem Kellenschwung direkt angeflogen. Mittlerweile ist das Sound-Grundrezept von Perdition Sect definitiv jedem/jeder Hörer/-in klar und verinnerlicht, weiß aber das Level zu halten - "Contagion Of Necessity" (Track 6). So in etwa ab Mitte des Stückes fahren Perdition Sect etwas überraschend und relativ unvorhersehbar eine megastarke Groove-Wand auf, deren Dynamik dem Stück noch einmal einen zusätzlichen Kick nach vorn gibt. Dass man das noch einmal steigern, bzw. toppen kann, stellen Perdition Sect via "Infinite Incarceration" (Track 7) klar, bei dem völlig irre Twin-Guitar-Soli stellenweise die Saitenbretter instant-entflammen. Beim ersten Durchlauf denkt man bei sich "Alter was ist das denn Abgefahrenes?!?" - krass geile Scheisse! Demnach sollte man dieses Album nicht zu schnell auf den Stapel legen, hier wird erst am Ende abgerechnet. 

Songweise schlägt das Stil-Pendel mal etwas mehr zum Hardcore Punk/Crust aus, andere Male mehr zum thrashigen Death Metal. Im Falle von "Missed Information" (Track 8) geht dieses Stil-Pendel dermaßen oft hin und her, dass man fast völlig gaga wird. Wer also 'ne also 'ne Sonder-Tracht Prügel für seinen "Lauschangriff" sucht, kann sich hier amtlich und ohne Beipackzettel bedienen lassen. ;-) Dagegen stinkt "Your Safe Space Isn't Here" (Track 9) zwar nicht unbedingt ab, bietet aber vom Grund-Arrangement/-lauf eher den bereits bekannten roten Faden an, was mir auf lange Sicht etwas zu monoton zu werden droht. Gut, dass das Finalstück "Progress Of Failure" (Track 10; Anspieltip IV) das Tempo spürbar drosselt und es mit einer geänderten Herangehensweise versucht und damit tatsächlich angenehm punkten kann. Auch wenn ich mich am Ende dieses Albums nicht so recht entscheiden kann, ob hier mehr Hardcore Punk, Crust oder Metal Anteile drinstecken, kann das ja letztlich nur gut sein, denn wenn der Bogen so weit über diverse völlig wilde Spiel-Stil-Wiesen gespannt ist, wird es folglich auch nicht so schnell langweilig. Wenn dann irgendwann die Versandpreise (Zölle etc.) auch wieder halbwegs human bezahlbar sind, kann man auch mal ein, zwei Shirts in Übersee bei diesen Jungs ordern. 

V.Ö.: 30.10.20

 

8,85/10 Schafe Schüsse

(Seeing Red Records 2.020)

https://www.facebook.com/pages/category/Musician-Band/Perdition-Sect-107...

Danny B

Schaf Schüsse: 

8
Eigene Bewertung: 8

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UndTschuess