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MR BISON "The Oak"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

05-2018

Label: 

Genre(s): 

MR Bison, die von drei italienischen Jungs (aus Cecina, Pisa) mit Leben gefüllt wird, die witzigerweise allesamt Matteo mit Vornamen heißen und aktuell seit Mai auf Europa Tournee sind, kommen mir hiermit zum ersten Mal bewusst zu Ohren. Seit 2.011 veröffentlichten MR Bison (abgesehen von einer kleinen 4 Jahrespause) recht regelmäßig. Mit drei Releases im Rücken hat man die Bassistensuche mittlerweile offenbar ad acta gelegt und frönt munter dem frühen '70er Jahre Rocksound, der auch etwas spirituell angehaucht zwischen Acts wie Captain Beyond, Orange Utan und den powerakkordischen Motorpsycho (lt. Info) eine ganz eigene Rezepturverfeinerung gefunden haben soll, die letztlich den Sound von MR Bison ergibt, die immerhin schon für Acts wie Danko Jones, Red Fang, My Sleeping Karma u. a. im Vorprogramm eingeheizt haben. Bereits als ich im Vorfeld kurz deren Sound antestete, reichte dieser auf dem Instantweg, um meine Neugier auf mehr zu wecken...

Der Opener dieses Albums legt die Laufrichtung direkt fest, denn mit "Roots" (Track 1) geht es musikalisch zu eben jenen, die mich zu Beginn direkt an Led Zeppelin erinnern, zumindest von den Gitarrenläufen her. Schön im dirty washy groovy Sound zu Hause, gehen die Vocals mit ihrem Effekt leicht in die Richtung des Altmeisters Ozzy Osbourne. Die Mucke selbst wirkt zwar teils schlicht gehalten, ist dabei aber doch sehr effektiv. Dank der Gesamtproduktion (teils im familiären Umfeld offenbar) kommt auch "Sacred Deal" (Track 2) bestechend zeitgemäß und klar zu Ohren. "Sacred Deal" nimmt dabei etwas mehr Hüftschwung mit und stellt eine dezente-, jedoch wahnehmbare Steigerung dar. Nicht nur, die catchy Guitars, sondern auch die deutlich cleaneren Vocals wissen zu punkten. Nach hinten raus gibt es einen Slow-Part, der etwas mehr traditionelle Black Sabbath Tieftönerei mitgibt, die teils auch an die '70er Sound-Experimente von Cathedral erinnern. Sehr heavy! Und heavy geht es auch weiter, zumindest dem Titel nach - "Heavy Rain (Track 3; Anspieltip I). Hier lässt man Blues Rock aufkommen, was in diesem musikalischen Kontext ganz wunderbar kommt und regelrecht flowig in den catchy Kernsound überzugehen weiß. Gary Moore dürfte hierbei, genauso wie John Lee Hooker, einigen Einfluss ausgeübt haben, neben erneuten Abstechern ins Ozzy'sche Universum der Trip-Weiten. Der Fokus liegt hier deutlich auf mehr Raum für Gitarrensoloparts, die jedoch nicht überhand nehmen. Mit 6:28 Minuten Länge übrigens das drittlängste Stück dieses Albums. 

Es mag sicher zum Sound dazugehören den verwaschenen-, nennen wir es mal den "Ozzy Effekt" auf die Vocals zu legen, was auch etwas hat, zumindest stellenweise, allerdings liegt hierbei auch die Gefahr inne für den/die Hörer/-in etwas monoton auf Albumlänge zu werden - "Earth Breath" (Track 4). Gut, dass MR Bison musikalisch wahrlich könnerhaft mit ihren Instrumenten umgehen und das auch noch mit cleverer Raffinesse songdienlich tun. Die Wah-Wah-Guitarparts jedenfalls kommen hier mega klasse! Wer nun bereits etwas durchgerockt/abgefräst ist, kann sich beim folgenden Albumtitelstück "Holy Oak" (Track 5; Anspieltip II) zunächst etwas sammeln und entspannt zurücklehnen. Vor allem der knarzige Tieftöner als Teppichunterbau funktioniert hier großartig effektiv, während auch Drummer Matteo D’Ignazi hier mehr bewussten Raum abbekommt und dabei mit einfacher Variabilität zu glänzen weiß, die letztlich zum heißen Lavaguß verschmolzen in den Bann zieht. Saustarkes Stück!

Für die Vinylliebhaber ist dies die Stelle, um die Plattenseite zu wechseln, mit anderen Worten: Albumhalbzeit, die mit "The Bark" (Track 6) ungeahnt frischer in runde 4:00 Minuten geht. Direkt zu Songbeginn hat man das Gefühl, dass die Band mal eben in der Tiefkühlabteilung des Musiker-Supermarktes war und nun knackefrisch mit ihren Zutaten zurückkehrt. Etwas seltsam - das allerdings in positivstem Sinne. Vor allem im hinteren Songviertel werden einige unter Euch erneut einen altbekannten-, regelrecht ikonischen Black Sabbath Part neu interpretiert bzw. genau genommen davon inspiriert wahrnehmen können. Man kann sich von "The Wave" (Track 7; Anspieltip III) mitnehmen und tragen lassen. Grooviger Riffflow bleibt in den Stilfahrtwassern der '70er Ursprünge, was zeitgemäß in Richtung Horizont tönt (hat man sich hierbei eventuell vom gleichnamigen '81er Buch von Morton Rhue inspirieren lassen?), wo bereits die "Red Sun" (Track 8) mit weiteren heißen Riffs und Beatsalven aufwartet. "Red Sun" sticht dabei sogar ein klein wenig hervor, wenn man das gesamte Album mal von der Stilkonzeptauslegung betrachtet. Dieser Spur folgt auch der Beginn vom Albumcloser "Beyond The Edge" (Track 9), wo es stark düster-, fast schon doomig zugeht. Das allerdings lichtet sich recht bald und geht in bereits gehörte Grundmuster zurück. Zwar variieren MR Bison auch hier noch genug, um nicht der Monotonie zuzufallen, allerdings hört sich das Stück auf 7:21 Minuten zumindest bei den ersten Durchläufen letztlich doch etwas zu schweratmig an, was rein auf die Länge bezogen ist. 

Musikalisch ein wirklich sehr innovatives Album. Für Liebhaber/Nerds des '70er Rock mit etwas Spiritual Sound Nähe ein Must Have. Für Leute, die mit diesem Subgenre mannigfaltiger Rockauswüchse zum ersten Mal in Berührung kommen sicher noch etwas schwieriger zu verdauen.

7,5/10 Schafe Schüsse

(Subsound Records/Cargo Records 2.018)

https://mrbison.bandcamp.com/

https://www.facebook.com/mrbisonband/

Danny B

Schaf Schüsse: 

7
Eigene Bewertung: 7

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