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DEAD QUIET "Truth & Ruin"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

09-2020

Label: 

Genre(s): 

Leider dauerte es Monate bis ich die dritte Release der Kanadier Dead Quiet auf dem Tisch hatte (was schließlich erst kürzlich der Fall war), die mir bis dato noch nicht untergekommen waren, obwohl sie bereits seit dem Winter 2.013 als Band existieren. Sich selbst sieht der aus Vancouver, BC stammende Fünfer im Heavy Metal/Doom/Rock n' Roll angesiedelt, womit die grobe Richtung bereits vorab halbwegs klar umrissen ist. Somit kann ich es auch abkürzen, was den Grundstil angeht, obwohl ich den vorab beim Blick auf die Artworks und Coverartwork in schönem s/w Style (überwiegend) eher im Spiritual Metal/Rock oder Black/Death Metal vermutet hatte.

Der Hammondorgel gestützte Beginn vom Opener "Atoned Deaf" (Track 1), der zunächst kurzzeitig Doom-ige Klänge suggeriert, biegt in eine zeitgemäße Form von Heavy Hard Rock/Metal ab und groovt sich auf angenehmen Midtempopfaden ein, was Zeit und Raum lässt, um sich ein wenig in die im Booklet abgedruckten Texte einzuschmökern. Kurz nach der ersten Songhälfte dieses ohnehin auf 6:17 Minuten gewagten Openers darf die Led Zeppelin/Deep Purple Einflussmixtur erstmals stärker zum Zuge kommen. Auf jeden Fall schaffen es die "toten Schweiger" das Interesse hinter dem Ofen vorzulocken und das aus lockerem Einstand. Umso überraschender der A cappella Einstieg ins folgende "Forever Unsung" (Track 2; Anspieltip I), der semi-akustisch gestützt und John Lord-Tribute-Hammondorgel-geführt eine schöne Old School-ige Rock/Metal Notierung entwickelt und so verraucht wie ein gut gereifter Whiskey runtergeht. Mir gefällt dieses Stück ausgesprochen gut und passt perfekt zu lauschigen Winterabenden mit Retro-/Nostalgieatmosphäre mit Zug zu eigenen Einflussursprüngen. Das, was Dead Quiet hier mit einem unfassbar guten Feingespür für '70er Jahre Rock zocken, hat das Zeug den richtigen Zeitpunkt für eine neue Retro-Tour in Sachen klassischem '70er Jahre Rock mit ersten Vorläufern für den Metal im Magen neu aufkeimen zu lassen - "Of Sound And Fury" (Track 3; Anspieltip II). Gefährlich gut!

Der Gesamtsound ist zwar naturgemäß ein Produkt aktueller Technikstandards, klingt dafür aber tatsächlich verdammt nah am Originalsound damaliger Bands. Insgesamt bestechen Dead Quiet vor allem mit ihrem auf weiter Flur einzigartigem Spagat zwischen Led Zeppelin - vom Hauptgesang/Klang von Gitarrist Kevin Keegan her - und den instrumental Frames, die eher nach mehr Deep Purple Schlagseite klingen. Irgendwo dazwischen entsteht (also zwischen den Reibungspunkten beider Haupteinflussgeber) die Magie von Dead Quiet, die auch von eigenem Funkenflug lebt - "Truth And Ruin" (Track 4). Selbst leichte Ozzy/Black Sabbath Einflüsse kann man hier und da wahrnehmen, während kurze Geigentöne beitönend schon im Anklang ein schön rundes Stück versprechen. Es mag dabei vielleicht nur wenig ins Gewicht fallen, aber selbst die Speed/Thrash Metal Ausflüge stehen Dead Quiet ausgesprochen gut zu Gehör und laden zum kollektiven Headbanging ein. 

Da passt das groovig-eingängige, wilde Beast "Partial Darkness" (Track 5; Anspieltip III) bestens in den Lauf und weiß selbst die müdesten Knochen in shaking Bones zu verwandeln. Es ist vor allem dem starken Drumming von Jason Dana zu verdanken, dass dieses Stück so dynamisch eingängige Teppichausroller bietet auf denen die Gitarren ein Leichtes haben ihr übriges beisteuern. Gesanglich weiß Kevin Keegan auch die rauhe Sexiness eines Steven Taylor (*Aerosmith) ebenfalls anzubieten wie die zweite Haut einer Schlange, was mir seltsamerweise erst ab "The Sign Of A Sealed Fate" (Track 6) bewusster auffiel. 

Wenn Ihr also also eine vollsatte Rundkelle klassischer Hard Rock Ursprünge mit zeitgemäßer Würzung (inkl. Metal im Zulaufswinkel) steht, dann kommt Ihr um diese Scheibe gar nicht herum, die mit "Cold Grey Death" (Track 7) auf satten 9:38 Minuten zum Abschluss noch einmal einen echten Vulkanausbruch mitgibt. Ob mit brachialem Saitenanschlag oder in gefühlvoller Ruhe, Dead Quiet wissen sich zu inszenieren und tun das dank mega starker Arrangements auch auf amtliche Weise. Ein beeindruckendes Album. 

V.Ö.: 11.09.20

 

9,0/10 Schafe Schüsse

(Artoffact Records/Cargo Records 2.020)

https://www.deadquiet.net/?fbclid=IwAR3xFJCAIK7jIJVepTJhLgemZZaGx_6YW7N6...

https://www.facebook.com/deadquietband

https://deadquiet.bandcamp.com/album/truth-and-ruin

Danny B

Schaf Schüsse: 

9
Eigene Bewertung: 9

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