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CUTTIN' EDGE "Face Down"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

05-2020

Label: 

Genre(s): 

Wenn eine Scheibe mit dem Satz "Nehmt The Exploited's 'Beat The Bastards', die späten '80er/frühen '90er Onkelz, sehr viel von Motörhead und die Vielfalt des klassisch britischen Punk von Anti Nowhere League bis Discharge..." angepriesen wird, dann kriegt man mich schon mal direkt dran. Sicher, ich hatte zunächst erst einmal meine starken Zweifel, ob das nicht wieder nur (zugegeben gut inszenierte!) Schaumschlägerei wäre...?! Deshalb entschied ich mich ohne Umwege diese bald erscheinende Scheibe mal hart nach den genannten Maßstäben zu checken. 

Zu Cuttin' Edge als Band sei vorab gesagt, dass es diese Jungs gerade mal seit 2.018 gibt, sie aus Edinburgh (*Schottland) stammen und sich aus Punks, Skins und Metalheads zusammensetzen, demnach kann man vorab bereits eine nette Vorahnung bekommen, wohin dieser Zug abfahren könnte?! 

Bereits der Opener "Play It Loud" (Track 1) dürfte schon per Titelgebung Sympathisanten finden und tut das tatsächlich aus dem Stand heraus. Ich muss zugegeben, dass hier ordentlich Rock 'N Roll Kante am Start ist - Motörhead, Onkelz (tatsächlich!) und auch Rose Tattoo sind hier mit in der Karre. Sprach ich eingangs noch vom abfahrenden Zug, muss ich mir eingestehen, dass man nur eine klapprige Karre, viel Benzin und Rock 'N Roll als Bezug nehmen kann, was den besten Ground für den liebevoll rohen Sentimentalitätssound herzugeben imstande ist. Besonders die leicht heisere (dennoch kräftige) Stimmfärbung von Fronter Roddy, der echt nah am jungen Exploited Wattie ist, bildet das Zentrum der Anziehung, während vor allem der Gitarrensound schön schrammel-scheppert - "False Advice" (Track 2; Anspieltip I), klassische Metal-Soli inklusive. Vom Onkelz Vergleichskontext verabschiedet sich dieses Stück an dieser Albumstelle, was jedoch gar nicht schlimm ist. Ich für meinen Teil mag es dann doch auch lieber mit Eigenblüten, die spätestens bei "World Away" (Track 3) schön rost-dreckig aus den fiktiven Seitenstrassen Edinburghs in die Welt geschmettert werden. Wer Punk und Rock 'N Roll mag, wird dieses Album lieben, das möchte ich fast schon garantieren. 

Vermutlich sind diese Jungs keine Twenties mehr und wissen, warum sie von der "Shit Generation" (Track 4) singen und dabei auch an Voice Of A Generation erinnern, nebst Discharge. Ich glaube mehr muss man gar nicht sagen?! Mir klappt ja selten die Kinnlade vor LAUTER Hörfreude runter, aber das, was Cuttin' Edge hier im Gepäck haben, lässt mich für diese Momente sogar mal die heißgeliebten Exploited vergessen. Nicht des Tempos-, sondern des Drives wegen, wenngleich sie auch groovig im Midtempo können, wie sie es beim Albumtitelstück "Face Down" (Track 5; Anspieltip II) zelebrierend zocken. Vermutlich werde ich nicht der Einzige sein, der beim Hören mächtig Bock auf ein Livekonzert bekommt?! Ich wage zu behaupten, dass dieses Album bereits jetzt-, noch vor Veröffentlichung, ein verdammt heißer Anwärter auf das Album des Jahres in Sachen Punkmucke ist. 

Ob Drive, Dynamik, Singalong Parts - Cuttin' Edge liefern ab und das nicht erst bei Ankunft in der Notaufnahme - "Accident Emergency" (Track 6). Was braucht es große, lange Umschreibungen, wenn die Mucke selbst das beste Argument ist?! Vom Feeling her halten Cuttin' Edge das Level konstant hoch auf Eingängigkeit -"Genocide" (Track 7)"-, bzw. im Drive und wagen keine Experimente, die  den Flow brechen, was auch gut so ist, wenn man sich vergegenwärtig, dass diese streng auf 500 Stück limitierte Debütscheibe nur etwas über 30 Minuten Gesamtlänge hat. Lediglich den Songtitel "Religion" (Track 8; Anspieltip III) haben Cuttin' Edge mit den Onkelz gemeinsam, ansonsten vielleicht noch die Attitude, aber sonst dominieren da meines Erachtens Exploited Einflüsse und ordentlich Rose Tattoo/Motörhead Rotzigkeit. Megafett unterstrichen wird das u. a. auch von der Uptemponummer "Only The Strong" (Track 9; Anspieltip IV). Leider liegen mir aktuell keine Lyrics vor, so dass ich nicht genau sagen kann, ob diese Jungs hier auch ein wenig Protector gehört haben, die bereits 1.988 auf ihrem Kultalbum "Golem" einen stark ähnlich betitelten Song veröffentlicht haben. Somit stellt sich in der Retrospektive heraus wie Punk-affin Protector damals bereits waren. ;-) Ein schöner Nebeneffekt. Die Soli von Gitarrist Luigi jedenfalls lassen selbst manchen Metalgitarristen/-gitarristin nur blass in der Ecke stehen. Daran ändert auch "How Do We Know" (Track 10) nichts mehr, sondern setzt eher ein fettes Ausrufezeichen hinter dieses Album. Krass geile Scheibe!

V.Ö.: 21.05.20

 

Schafe Schüsse Hammermarke!

10/10 Schafe Schüsse

(Rebellion Records/Cargo Records 2.020)

https://www.facebook.com/cuttinedge2018/?ref=py_c

Danny B

Schaf Schüsse: 

10
Eigene Bewertung: 10

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UndTschuess