Bild des Benutzers DannyB

ANUBI'S SERVANTS "Duat"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

04-2017

Label: 

Genre(s): 

Aus dem schönen Italien hört man leider viel zu selten von interessanten Mucken, was möglicherweise daran liegen mag, dass Italien zunehmend im Schatten des restlichen Europas (nicht nur politisch) vor sich hinlebt und auch das bescheidene Netzwerk zwischen den Szeneleuten eher überschaubar bleibt. Die im Feburuar 2.012 gegründeten Anubi's Servants aus Lanciano, nahe der Adriaküste, sind da eine willkommene Ausnahme. Stlistisch im Metal unterwegs haben sich die vier Italiener ein ähnliches Konzept wie die Berliner Maat einverleibt, das sich mit der ägyptischen Antike und deren Göttern/Protagonisten/Geschehen beschäftigt. 

Die Vita der Band hat immerhin bereits die 2.015 erschienene 2-Track-EP "Over The Afterlife" zu bieten, auf der sie u. a. ein Darkthrone Cover untergebracht haben. Wer nun aber lupenreinen Black Metal als den Hauptstil mutmaßt, wird eher überrascht sein. 

Schon das Coverartwork des im April erschienem ersten Full Lengths "Duat" umreißt in recht kräftigen Farben (was eher typisch für New Skool Thrash Metal/Heavy Metal Bands ist) die Bedeutung hinter dem Albumtitel, das für die Bezeichnung des Jenseits der alten Ägyptiker der Antike steht (was auch mit dem Glaube an die Wiedergeburt einhergeht). 

Düster, unheilschwanger bis mystisch schleicht das cineastische-, leicht rituell wirkende "Intro" (Track 1) heran und erinnert etwas an den Ritencharakter von Sepultura's "Roots" Album, was mit "The Veil Of Isis" (Track 2) vom Thrash Metal Sound mit leichter Old School Black Metal Nähe angereichert erstaunlich gut kommt. Es ist u. a. dem Wiedererkennungswert von Frontmann Omar Shokry zu verdanken, dass die Italiener bereits zu Beginn für ordentlich Frische in Sachen Hörvergnügen sorgen. Kleine Sodom Einflüsse (bzgl. Gitarrenoparts/Drums) blitzen auf. Noch catchier geht "The God Of The Dead" (Track 3; Anspieltip I) mit ordentlich Hook und Drive auf Ohrenfang. Selbst der filmreife Zwischenpart fügt sich nahtlos in das Stück ein und lässt einen immer wieder das Gefühl haben diesen Song schon einmal irgendwo gehört zu haben. Der minimal höhere Black Metal Anteil, lässt stimmlich stellenweise an Dimmu Borgir oder (neueren) Darkthrone denken, hat allerdings genug Eigenmarke, um nicht zum lieblosen Plagiat zu verkommen, eher im Gegenteil.

"Intro-Sentence" (Track 4) erweitert und untermauert den ägyptischen Eposkonzeptanstrich. Musikalisch darf man angehörs dieses Thrash Drivers sowohl Darkthrone, Sodom, Venom, wie auch moderne Einflüsse zur Ausrüstung von Anubi's Servants zählen. Vom Gesamtsound her orientieren sich die Jungs ganz klar am Speed/Thrash Metal der '80er/'90er Jahre, der hier in wirklich gut produziertem Sound zu Ohren feuert. Zwar nutzen Anubi's Servants auch mal Break-Riffs, allerdings nicht auf die X-Over Spielart, sondern eher den der groovigeren-, Metal-zugetönten Sorte - "Evocation" (Track 5; Anspieltip II), somit werden nicht nur die lupenreinen Old School Pfade bedient, wenngleich die auf jeden Fall Teil des Ganzen sind und auch dominanter im Geschehen bleiben. 'Ne Ecke Exodus schwingt hier genauso wie Hirax mit. Fakt ist bereits jetzt, dass die Italiener ihre Hausaufgaben gemacht haben und bereit sind musikalisch den Styx zu überqueren - "Crossing The River" (Track 6; Anspieltip III), was sie auch zu beweisen fähig sind. Da dürften nicht nur einige Labels, Festivalveranstalter/-innen und Fanzineschreiber/-innen hellhörig werden, was die Erweiterung des Angebotes mit neuen Bands angeht. 

Am Gitarrenspiel hört man stellenweise auch Iron Maiden Einflüsse leicht durchblitzen, die sich aber hauptsächlich dem Drive unterordnen. "Damned-Intermezzo-Psycostasia" (Track 7) z. B. ist dafür ein klasse Beleg, bei dem es erneut in '90er Thrash-Retrogefilde geht und dieses Mal sogar an Xentrix denken lässt. Man kann demnach mit Fug und Recht behauoten, dass Anubi's Servants verdammt vielseitig den Zauber der Antike zu einer stilgemäßen Neuzeitblüte verhelfen, wenngleich just die umrahmenden Zwischenspiele an deren konzeptionelle Ausrichtung zurückerinnern und diese drei Einzelstücke verschmelzen lassen. Der knarzig, tiefe Bass bei "Psychostasia" z. B. kommt genauso klasse wie das fette Drumming nach hinten raus. Auch das Albumtitelstück "Duat" (Track 8; Anspieltip IV) lässt nichts anbrennen und serviert Uptempo Speed/Thrash Metal der bangfreudigen Machart, inklusive zwischengefeuerter Chorus-Vocal-Wechsel-Spits, die in kurz gefühlten 2:53 Minuten abgebraten werden. Dafür geht es zum Schluß noch einmal in die düsteren Niederungen von "Slave Blood/Outro" (Track 9), wo man es etwas variabler, sprich abwechslungsreicher auf-/ausgebaut hat. Anubi's Servants könnte ich mir z. B. klasse mit den kultigen Protector zusammen zur live-haftigen Abendbeschallung vorstellen. Klasse Album, das man für'n Zehner (+ 5,-€ Portokosten) bekommt. 

8,5/10 Schafe Schüsse

(Eigenproduktion 2.017)

https://www.facebook.com/anubisservants/

http://anubisservants.wixsite.com/band

Danny B

Schaf Schüsse: 

8
Eigene Bewertung: 8

Review No.: 

Tags: 

UndTschuess