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Zurück zu den Wurzeln. Aus-Zeit.

Berlin, d. 8.02. 2.015, 2:50 a.M.

Die Auszeit ist erreicht...

 

In gut 23 Jahren Musikmacherei bin ich nun erstmals an einem Punkt angelangt, der sich wie ein Point Of No Return anfühlt. Ein Punkt, der sich im Laufe des letzten Jahres mit der Summierung hingenommener Seitenhiebe auf das Ideal meiner wichtigsten Grundsätze: der Ehrlichkeit (mein eigenes Grundgesetz quasi) und meinem optimistischen Hoffen, dass Menschen sich ändern würden, immer tiefer in mich hinein geschnitten hat und mittlerweile einem schwarzes Loch ähnelt, wie ich es aus der Astronomie kenne ("Ein Schwarzes Loch ist ein astronomisches Objekt, dessen Gravitation so extrem stark ist, dass aus diesem Raumbereich nichts – auch kein Lichtsignal – nach außen gelangen kann.", Zitat Wikipedia). Zumindest kann ich es im Moment nur so umschreiben. 

Ich sah mich im Zwiespalt zwischen Ideal und Vorankommen und kam damit in eine Lage, die meinem Karma ein Korsett verpasste, von dem ich mich mit den Monaten immer mehr befreien konnte, einfach, weil ich mir NICHT das Maul verbieten lasse und auch eine EIGENE Meinung habe zu der ich stehe. Tief drinnen wusste ich instinktiv, dass das Lebenskarma mich nicht verlassen würde, denn ich blieb mir selbst und auch den Menschen auf meinen Wegen gegenüber treu und ehrlich, die Diskrepanz war eher eine Zerreißprobe, die ich auf Dauer nicht ewig mitgemacht hätte. Die Gründe dafür kenne ich, somit kann ich auch damit umgehen. Es genügt, wenn ich das alles auf dem Schirm habe, denn die Menschen da draußen neigen eh dazu zu vergessen. (ohne jetzt allzu pessimistisch klingen zu wollen!)

Diese Auszeit hat nichts mit Depressionen oder dergleichen zutun, sondern ist einfach mit dem Umstand geschuldet, dass bei mir im Moment die Energie im Leerbereich angekommen ist, wenngleich ich nach wie vor viele, neue Songtexte schreibe (wie ich es immer schon tat) und auch noch ein paar Kleinprojekte für 2.015 anstehen, die nur auf Einzelgastbeiträge (und zwei verschiedenartige Buchprojekte) beschränkt sind. 

Stellt Euch das so vor, wenn ein Asthmatiker kurz einen Schub von seinem Spray braucht. Was ist schon ein halbes Jahr in 23 Jahren?! Ich denke es ist auch nur natürlich, dass nach 23 Jahren Vollgas ohne Unterlass und ohne grössere Pause die Reifen langsam plattgefahren sind, deshalb wird es Zeit für eine bewusste, kleine Auszeit für mindestens ein halbes Jahr, um mal ein wenig mehr Ruhe zu finden, sich zu bewusst zu erden und neu zu justieren, zumal ich schon jetzt an das 25 Jahre Jubiläum denke, dass mir aus der Zukunft (2.017) voller Optimismus entgegenwinkt. Immerhin, allein die Zahlen in Sachen faktischer Resümees lassen sich amtlicherweise sehen (auch wenn ich selbst nichts auf Statistiken gebe; ich muss auch niemanden mehr irgendetwas beweisen, denn das sollen Andere erst mal auf die Beine stellen):

- über 500 vertonte, eigenverfasste Songs

- 25 Alben (sofern ich richtig gezählt habe und es nicht sogar mehr sind?!), 8 Tapes, 9 Singles, 1 EP

- 5 Bücher (davon 2 Sachbücher via Verlag), 47 Versbände (entspricht um die 2400 Verse) 

- 8 Bands/ Bandprojekte in 23 Jahren, mit dreien davon bin ich offiziell noch immer aktiv

...deshalb auch dieser offene Brief, denn für "very important" halte ich mich nach wie vor nicht, ich ziehe just schon lange, lange Zeit mein Ding unbeirrt und konsequent durch. Das Ganze ist natürlich alles ein wenig professioneller, fokussierter und reifer geworden als es das damals war, als ich mir inwendig schwor meinem Traum bis in die ewigen Gluten aller zeitlichen Dinge zu folgen und einfach loslegte. Deshalb spare ich mir jetzt auch Pathos und mitleidsehnenden Redeschwall und konzentriere mich nun mit deutlich mehr Ruhe auf das Energie(n)tanken, denn der Weg (mit weiteren Mucken) ist das Ziel.  So wie ich mich selbst kenne, schreibe ich bis Juli/ August so oder so wieder Material für mehrere Alben, die nur darauf warten per Vertonung für die Ewigkeit konserviert zu werden... 

Ich DANKE all'  den loyalen, ehrlichen Wegbegleitern da draußen aus tiefstem Herz und tiefster Seele! Aufgeben werde ich definitiv NICHT, das ist ein Versprechen! 

...ist nun auch ein erdender Tiefpunkt erreicht, so kann es nun nur noch aufwärts nach vorn gehen! Die (neuen) Flügel nähren sich von der Ruhe des Zeitenwindes.  ;-) Auf mich wartet nun mal die andere Seite des Lebens, in der ich nicht der bin, der stets selbstlos gibt und sich dabei ca. 16 Stunden am Tag aufreibt, macht,  tut, sich dabei zu oft vergaß und nicht selten verausgabte, während Andere daran verdien(t)en und nicht selten ein einfaches Danke ausblieb, weil man diese Art Brennen für selbstverständlich hält. 

* P.S.: Reviews, Interviews, sowie meine kleine Kolumne werde ich natürlich weiterhin machen, allerdings werde ich vorerst review- und interviewbezüglich auch einen Gang zurückschalten. Bereits abgesprochene oder geführte Interviews bleiben davon natürlich unberührt.  

Euer Danny B.

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