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IMPIUS MUNDI "Decem"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

06-2015

Label: 

Genre(s): 

Hinter Impius Mundi, deren latainischer Bandname so viel wie "Das Gottlose der Welt"/"gottlose Welt" bedeutet, verbergen sich 5 niedersächsische Mannen, die sich der Mittelalterszene verschrieben haben und dementsprechenden Sound zelebrieren. Das 2.015 erschienene Album "Decem" ist bereits das dritte Werk (nebst diversen Compilation Beiträgen). Für mich persönlich ist "Decem" allerdings die Erstberührung mit Impius Mundi, die bereits seit 10 Jahren ihr Publikum bespassen. 

Was manchmal erst spät zu einem kommt, muss deshalb ja nicht zwingend schlechter oder abgegriffen sein. Dementsprechend offen gab ich mir "Decem" einige Male. Artworkmäßig außen in sattem Blaukühl, geht es innen dank diverser s/w Fotos aus 9 Jahren(?) Impius Mundi recht interessant zu, wozu die (sicher rückwärts abgespielten) Wortfetzen ihre Wirkung haben, dann aber "Verdammt sein" (Track 1) als recht okayen Opener feilbietet. Während es bei "Verdammt sein" eher um freies Feiern und Tanzen ging, geht es bei "Leb dein Leben" (Track 2) um tiefere Bedürfnisse. Live dürften Impius Mundi dankbare Ohren als "Abnehmer" finden, auf CD allerdings klingt es bislang zwar gewiss nicht schlecht, allerdings etwas zu statisch, trotz der schönen Dudelsack/Geigenparts. "Feuertanz" (Track 3; Anspieltip I) dagegen wartet mit Gitarrenläufen auf, die teils an die Band Absturz erinnern, denen allerdings auch irische Geigenmelodien beigemengt wurden, was fröhlichen Drive hergibt und Live sicher als unverzichtbar gilt. 

Erst bei "Michael Kohlhaas" (Track 4) kommt die Lyrik des textlichen Federführers bewusster ins Zentrum. Thematisch liegt dieser Song der Novelle aus Kleists Erzählungen zugrunde, die 1.810 erschienen und 1.969, sowie 2.013 auch verfilmt wurde. Zwar zeithistorisch nicht mehr im Mittelalter verankert, aber in Sachen musikalischer Umsetzung doch interessant. Trotzdem fehlt mir noch etwas mehr das packend-mitreißende Feeling, egal in welchem Tempo/Arrangement. Erst "In ein grünes Land" (Track 5; Anspieltip II) schafft man etwas mehr Funkennähe. Zwar geht es eher balladesk zu, aber genau das lässt etwas mehr Inwandkino zu. 

Leider verfliegt dieses bei "Egal" (Track 6) wie schnell-fliehender Morgennebel wieder und lässt einem bewusst werden, was bereits etablierte, grössere Acts dieses Genres anders machen. Nach abermals ruhigeren Klängen zu Beginn von "Ihr habt den Göttern Mut gemacht" (Track 7) geht etwas belanglos träge dahin. Noch einen Tick langsamer als im Midtempo erzeugt man auf die Länge von 6:38 Minuten eher Gähnen als Begeisterung. Zwar tönt auch "Augenblick" (Track 8) in ähnlichem Tempo, allerdings schaffen es Impius Mundi hier einen deutlich flüssigeren Lauf zu kreieren, der dank der Geigenparts auch zaghaft-zarte Momente aufkommen lässt. 

In Richtung Albumfinale geht es mit "Am Ende" (Track 9; Anspieltip III) und "Wenn die Seele geht" (Track 10; Anspieltip IV) zuversichtlicher bzgl. der Zukunft von Impius Mundi zu, denn wenn man diese beiden Stücke als Tendenz zukünftiger Lieder/Alben annehmen darf, sollten Impius Mundi deutlich mehr Spass machen, zumindest abseits der Bühnen.

 

5,0/10 Schafe Schüsse

(Impius Mundi 2.015)

http://www.impius-mundi.com/

https://www.facebook.com/Impius-Mundi-121867817833954/

Danny B

Schaf Schüsse: 

5
Eigene Bewertung: 5

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