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DARKHAUS - "Wohin die Reise geht..."

DARKHAUS
DARKHAUS

Bereits mit ihrem Debütalbum "My Only Shelter"(*2.013) schaffte die multikulturelle Band Darkhaus es nicht nur mich, sondern viele andere Musikliebhaber für sich zu gewinnen. Flüssig hommogene Melodien treffen auf knackiges Riffing und eine Stimme, die einem vom ersten Moment an angenehm vertraut erscheint. Darkhaus haben sich jeden Fan einzeln von der Bühnen erspielt und scheinen auch noch lange nicht müde zu werden. 

Im letzten Jahr (*2.015) erschien mit "Providence" eine weitere EP, während die Jungs aktuell bereits wieder im Studio aktiv sind. Ich unterhielt mich im letzten Viertel 2.015 mit Darkhaus Gitarrist Rupert Keplinger (*u.a. auch Bassist bei Eisbrecher) via Telefon über die "darkhäuslichen" Blicke auf das Jahr 2.015, die Entwicklungen innerhalb der Band, sowie die Zukunftsaussichten. 

 

Zuerst einmal herzlich Willkommen auf SchafeSchüsse.de, Rupert. Lass uns mal mit den Ursprüngen eurer Band anfangen. Gegründet habt ihr euch 2.011, mittlerweile haben wir ja 2015. Wenn du jetzt mal in die Retro gehst und zurückblickst, so vermute och das mal,  dass damals relativ zeitnah mit der Gründung auch die ersten Stücke von "My Only Shelter" entstanden sind? 

Was mich als Musiker auch immer ein bisschen anschärft, ist, dass ihr eine ziemlich multikulturelle Band seid. 

Wie habt ihr damals eure ersten Songs geschrieben? Habt ihr die klassisch im Proberaum  komponiert, was mich zugegebenermaßen wundern würde?! Oder habt ihr schon die neuen Medien genutzt, sprich Files hin- und hergeschickt?

Rupert: Also, ganz am Anfang war das so, da gab es erst mal nur Gary (*Meskil) und mich, da war die restliche Band noch gar nicht vollständig. Wir haben uns bei Gary in Florida getroffen und haben mehrere, ich glaube insgesamt waren das drei, Songwriting Sessions gemacht. Und haben da einfach mal angefangen, unsere Ideen zu sortieren, aber eigentlich haben wir es auch fast bis zum Schluss geschafft, jeden Tag einen Song fertig zu kriegen, was erstaunlich ist, im Nachhinein betrachtet. Wir fanden das damals auch erstaunlich, dass wir das da hingekriegt haben, so produktiv zu sein. 

Aber es hat einfach gepasst und es war eine sehr gute Zeit. Das heißt, die Grundstruktur der Songs und die ganzen Ideen sind einfach am Computer entstanden. Also ich sitze immer am Rechner und mache die ganze (Vor-)Produktion und das ganze Arrangement, das ist auch immer noch so und im Studio ging's dann halt darum die passenden Melodien zu finden. Gary hat die Texte geschrieben und so haben wir das dann gemacht.

Habt ihr denn damals, weil wir ja gerade in der Retrospektive sind, so eine grobe musikalische Grundlinie gehabt? Sa dass ihr gesagt habt, naja lass' uns mal ein paar catchy Popsongs oder Pop-/ Rocksongs machen oder hat sich der Stil, wie er am Ende auf „My Only Sherlter“ zu hören ist, erst mit der Zeit ergeben oder war der auch schon in den ersten Stücken, wie du gerade schon beschrieben hast, im Kern zu hören?

Rupert: Also wir haben uns selbst keine Vorgabe gesetzt als wir angefangen haben. Es war natürlich klar, dass es jetzt nicht so klingen soll, wie das, was man eh schon macht. Das wäre ja quatsch wenn man jetzt noch eine Band macht, die z. B. klingt wie Pro Pain - das würde ja keinen Sinn ergeben. Das war klar, aber ansonsten war nicht wirklich klar, wohin die Reise geht. Wir haben aber sehr schnell gemerkt, dass sich da ein roter Faden ergibt und eine Stilistik und eine Mischung, auf die sowohl Gary, wie auch ich total Bock gehabt haben oder bzw. noch immer haben, das ist ja klar.

Wer hat denn damals die ersten Songs überhaupt eingesungen? War das dann Gary, der quasi so ein bisschen…

Rupert: Ja, die ganzen Demos hat Gary eingesungen, das ist richtig.

Aber vermutlich nicht so hoch wie Ken (*Hanlon), oder? (haha)

Rupert: Ähm, wir haben zum Teil die Tonarten angepasst, aber bei den meisten Songs ist es eigentlich so geblieben.

Darkhaus Das ist ja echt abgefahren, eigentlich wollte ich das erst am Schluß anbringen, aber was mir damals (als ich die Review zu "My Only Shelter" geschrieben habe) schon unheimlich aufgefallen ist, wahrscheinlich zufällig(?), dass die Stimmfarben manchmal sehr ähnlich sind und als Reviewschreiber vergleicht man ja dann auch ein bisschen und was mir aber auch bei eurem letzten Gig auf eurer letzten Tour beim Konzert in Rostock erneut auf- &  wieder einfiel, ist, dass es genauso geblieben ist, dass Ken in manchen hohen Tonlagen sehr, sehr ähnlich wie Morten Harket von A-Ha klingt.

Rupert: (* lacht) Och ja, ich werde das so ausrichten, das ist bestimmt ein schönes Kompliment für ihn.

Und bei dem einen Song, ich komme jetzt gerade nicht auf den Titel des Songs, war das sehr auffällig. Aber auch von der Besetzung her habt ihr ja echt das Non-Plus-Ultra rausgeholt. 

Aber okay. 2.013 und 2.014 habt ihr ja unter anderem vom "Das Rockt" Magazin und vom "Sonic Seducer" Magazin den Titel "Newcomer of the Year" eingeheimst. Wie geht ihr denn mit solchen "Komplimenten" bzw. Auszeichnungen um? Ist das für euch eher etwas, was die Messlatte und den Druck ein bisschen höher legt oder ist das eher so, dass ihr sagt: "Cool!" und euch dann aber trotzdem unbeirrt, im Kopf frei weiter ans Werk machen könnt?

Rupert: Also, wir fühlen uns einfach von so einer Auszeichnung wahnsinnig geehrt und das ist ein riesen Kompliment, aus mehreren Gründen: Das eine ist, es ist schon mal toll, dass überhaupt jemand unsere Musik hört und uns wahrnimmt, als Künstler mit dem was wir machen und wenn das noch dazu von Fachzeitschriften kommt, dann ist das auf jeden Fall eine grosse Auszeichnung. Wir haben uns auch total darüber gefreut. Das ist ja ein schönes Zeichen, dass du merkst, oh, da hört uns jemand zu und sie finden das auch noch gut und die finden das so gut oder irgendwie herausstechend oder was auch immer die Kriterien sind, dass sie uns so eine Auszeichnung verleihen zum "Newcomer of the Year". 

Das ist jetzt natürlich auch nicht der absolute Wahnsinn, das ist kein Grammy oder sonst etwas, aber es ist einfach eine kleine Anerkennung und eine Wertschätzung, die einen sehr freut und einem auch wieder so ein bisschen Auftrieb gibt, weil es ja eh oft genug schwierige Momente gibt, in denen man zweifelt, ob das alles richtig ist, was man tut.

Aber es ist ja ein Schritt in die richtige Richtung.

Rupert: Offensichtlich, genau. Anscheinend gibt es da Leute, die das gut finden, was wir machen und das ist natürlich grossartig. 

Und es werden ja auch immer mehr Leute, wenn man das so beobachtet.

Rupert: Ja, das stimmt. Um weiter auf die Frage zurückzukommen, es verändert jetzt aber an unserer Situation, wie wir arbeiten gar nichts, weil… oder sagen wir es mal so den grössten Druck machen wir uns sowieso selbst, immer schon, von Anfang an.

Seid ihr denn Perfektionisten?

Rupert: Ja, das Perfektionistentum ist hauptsächlich meine Aufgabe in der Band, aber naja, wir nehmen es schon alles sehr genau, das muss man schon sagen. Wir wollen einfach immer etwas abliefern, wo wir voll dahinterstehen können. Und naja, ich mache schon lange Musik, ich kann gut hören - und ich höre sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt oder wenn irgendetwas nicht so richtig gut ist. Solange ich an meinen Produktionen oder an meiner Musik hören kann das könnte ich noch besser machen oder da ist noch etwas, da könnte man einen eleganteren Übergang basteln oder an der und der Stelle passt das Arrangement nicht, da stimmen die Frequenzaufteilungen nicht u. s.w., jedes Mal wenn ich sowas merke, dann muss ich das auch verbessern, bis ich damit zufrieden bin, denn vorher will ich es nicht herausgeben oder vorher will ich nicht meinen Namen darunterschreiben bzw. den Namen Darkhaus. Und das sind natürlich auch so Gründe, warum wir jetzt nicht jedes Jahr ein komplett neues Album herausbringen.

Tust du dir denn dann auch schwer in dem Prozess, den du jetzt gerade beschrieben hast? Tust du dir schwer das noch rohe Material, ihr werdet ja schon ein paar kleine Aufnahmesessions machen, wo ihr dann zuhause noch einmal in Ruhe hören könnt… Hörst du das dann nur für dich allein oder gibt es da ein paar enge, eingeweihte Freunde, zu denen du sagst, Mensch, hört euch das mal an, wie findet ihr das?

Rupert: Nein, das mache ich erst mal alleine. Ich kann das mittlerweile ganz gut beurteilen, was ich machen muss, aber das ist ja dann der handwerkliche Prozess, der fällt mir eigentlich gar nicht schwer. Wenn die kreative Arbeit erledigt ist, der Song ist im Prinzip geschrieben, so und so sind die Eckpunkte - die handwerkliche Arbeit, das dann dahin zu bringen, dass es mir gefällt und das es zur Band passt, das ist eigentlich nicht so ein grosses Problem. Das muss man einfach abarbeiten und viel ausprobieren, da gibt es bestimmte, wie soll ich sagen, Mischungen, also ein gewisses Tempo, eine gewisse Tonart und ein gewisses Riff, dass dann der Sound irgendwie von der Frequenz her schwierig ist, dass es schwierig zu mischen ist, da muss man einfach herumexperimentieren, manchmal auch ins Blaue hinein wie man es hinkriegt, dass das Ganze auf jeder Anlage doch auch druckvoll klingt  und so weiter und so fort. Und wie soll man sagen, da ist dann gegen Ende hin auch mehr technische Arbeit, die man macht. 

Da wird dann auch gemessen, wo ist wie viel in welchem Frequenzbereich u. s. w., da geht dann der künstlerische Prozess selbst immer weiter in den Hintergrund und es geht dann mehr in den Bereich Tontechnik. 

Darkhaus Übrigens ist mir der Song jetzt gerade auch eingefallen, ich habe gerade mal auf das Album geschaut und die Titel überflogen, ich glaube es war "Breaking The Silence", wo Ken dann so hoch in die A-Ha-Sphären geht?!

Rupert: Bei "Breaking The Silence"? (*fragt Rupert hörbar verwundert)

Ja, ich glaube schon? Wo er dann so ganz hoch geht…

Rupert: Das ist eigentlich "Life Worth Living"?!

Oder das? Kann auch sein oder "Grace Divine"?

Rupert: Also wo er am Ende so ganz hoch singt in der Kopfstimme, das ist "Life Worth Living". Das klingt natürlich dann gleich immer so ein bisschen nach A-HA.

 Ja, so ein bisschen. Jetzt kommen wir mal so ein bisschen zum Übergang zwischen "My Only Shelter" und eurer aktuellen EP "Providence". 

Was ich bei „Providence“ gemerkt habe, ihr habt ja auf "Providence" logischerweise, weil es eine EP ist, ein paar weniger Stücke, auch in Live- und ein paar Akustikversionen mit auf die EP genommen. 

Bei den neuen Stücken hat man dann schon einen merklichen Unterschied zum Album gehabt, fand ich zumindest. Das ist zwar sehr subjektiv, aber es wird natürlich jetzt auch relativ schwer, so ein zeitloses Album noch einmal zu toppen. "My Only Shelter" war ja wirklich ein starkes Album, das ich heute übrigens noch immer gern höre! E ist wirklich unglaublich, wenn man sich mal vor Augen führt, wann es rauskam und dass es heute noch gut reinläuft.

Meine Begleitung, die mit beim Konzert in Rostock war, sagte zu mir: "Ey, das ist ja richtig radiotaugliche Mucke!" Sie kannte euch vorher quasi noch gar nicht. Sie hatte vorher zwei, drei Songs/ Videos im Internet gehört/ gesehen, sprich via YouTube. Und es stimmt schon, eigentlich ist es doch so, dass man, egal zu welchem Konzert von euch man geht, ihr liefert da immer ab und das macht immer wieder Spass. 

Rupert: Ja, das ist schön. Das ist auch Sinn der ganzen Aktion, genau das versuchen wir uns ja auch vorzunehmen. Also wir wollen immer irgendwie - also egal was wir machen, wir wollen das immer qualitativ hochwertig machen, sonst macht es uns nämlich keinen Spass und dann können wir es ja gleich lassen. Da kann man ja zu Hause bleiben und Feierabend machen.

Wie hast du denn den Übergang oder besser gesagt ihr als Band den Übergang von "My Only Shelter" zur "Providence" EP wahrgenommen, wenn du jetzt zurückblickst?

Rupert: Also die Stimmung war natürlich eine Andere, aber es ist ja jedes Mal eine andere Situation. Das erste Album ist ganz speziell. Man hat noch Zeit, alle Wege sind noch offen, es ist noch überhaupt nichts festgelegt, man kann da ganz anders arbeiten. Das kann man nie wieder reproduzieren - diese Gefühle, diese Aufbruchsstimmung, dass man jetzt eine neue Band startet, das erste Album. Keiner hat jemals von dieser Band gehört. Es gibt noch kein Image, es gibt noch keine Erwartungshaltung, noch gar nichts. Man ist wirklich noch ein unbeschriebenes Blatt und dann arbeitet man an dem Werk. Das gibt man dann raus und sagt: So das ist es und jetzt schauen wir mal was passiert. 

Alles, was danach kommt, ist ja völlig verschieden. Es gibt schon die Band, die Leute wissen schon ungefähr okay, das ist der Stil. Die einen finden es gut, die Anderen finden es langweilig, was auch immer. 

Man hat schon Konzerte gespielt, aber das ist einfach eine völlig andere Situation. Bei uns ist dann einiges dazugekommen - wir waren relativ viel auf Tour, haben viel gespielt, was super ist, weil es uns grossen Spass gemacht hat und beim Spielen haben wir auch gemerkt, dass wenn wir auf der Bühne als Band funktionieren, haben wir live so ein bisschen mehr Bock auf die harten Nummern. Weil für uns vom Spielgefühl ähnlich sind, wie wir als Instrumentalisten so sind, wie wir zusammen funktionieren – haben wir gemerkt - geil, die harten Nummern machen uns einfach ein bisschen mehr Spaß. 

Ja, das groovt dann ja auch mehr. Was ich sehr spannend fände, ich weiß jetzt nicht, ob ihr das schon gemacht habt, aber ich gehe mal davon aus, dass ihr zumindest vereinzelt schon mal Akustiksachen gemacht habt, was bestimmt sehr interessant wäre?  

Z. B. jetzt mal als reine Schnapsidee, euer Album mal komplett akustisch aufzuführen, das wäre natürlich auch sehr interessant und ich glaube es würde auch funktionieren, weil die Stücke ja alle so arrangiert sind, dass man sie auch akustisch aufführen kann.

Rupert: Ja, das denke ich auch. Wenn da irgendwie konkret Bedarf oder die Gelegenheit dafür da ist, kann man das auch machen. Im Moment sehe ich das nicht so, weil die grosse Akustikwelle schon vor ein, zwei Jahren da war - das alle Bands ein Akustikalbum herausgebracht haben. Ich will da nicht noch so einen Druck aufbringen, aber im Prinzip, natürlich, das kann man auf jeden Fall machen, je nach Anlass, wir sind auf jeden Fall in der Lage das abzuliefern.

Ich glaube aber das die Menschen oder eure Fans speziell, das glaube ich auch gar nicht so wahrnehmen würden, weil ihr eine Band seid, die doch einen sehr eigenen Sound gefunden hat, was heutzutage schon mal nicht nur mit Glück zu tun hat.

Rupert: Auch. (*wirft Rupert ein)

Auch mit Glück sicherlich. Aber im Endeffekt einen eigenen Sound zu haben, hat ja etwas mit Wiedererkennungswert zu tun und wenn ich jetzt mal so durch die Reihen denke - ich höre selbst von A bis Z alles Mögliche, da kenne ich keine Band, die aktuell mit Darkhaus vergleichbar wäre. Das ist aus meiner Sicht so.

Rupert: Das freut mich, ja das ist gut.

Paul Keller (dr.), Ken Hanlon (voc.) & Rupert Keplinger (git.) - DARKHAUS mit Fangeschenk Aber du hast es ja fast schon ein bisschen vorweggenommen: Ich wollte noch mal auf die Tourneen zu sprechen kommen. Ihr habt ja selbst in Russland Fans. Ich habe vorhin bei euch auf der Facebook Site etwas gesehen, wo Fans Sachen ins Russische übersetzten. 

Und wenn du jetzt mal auf die Tourneen zurückblickst, fällt dir da im Moment ganz spontan irgendein Gig ein, wo du sagst: Mensch, das war ja abgefahren oder wo irgendwas Aussergewöhnliches passiert ist? Oder ist es eher so, dass sich das die Waage hält mit Leuten, dass die immer gut abgehen? 

Ich habe ja nur den Vergleich von z. B. eurem Konzert in Berlin im Huxley’s, das war eine riesengroße Bühne im Direktvergleich mit dem Rostocker Mau Club Konzert, wo es ja eher eine kleinere Bühne war. Da ergibt sich zwar im Endeffekt auch ein Unterschied euer Performance, weil ihr dann ja logischerweise weniger Bewegungsfreiheit habt, aber in der Qualität hat es keinen Unterschied gemacht. Wie siehst du das?

Rupert: Ja, ich seh das so: Zum Einen, das wirkliche Highlight war für uns alle auf jeden Fall das M’era Luna Festival, das ist jetzt auch schon eine Weile her, weil es bis dato und bis jetzt auch immer noch die grösste Menge an Menschen war, vor denen wir mit Darkhaus gespielt haben. Das war einfach echt cool!

Wie viele waren das ungefähr, für die, die es nicht kennen?!

Rupert: Das ist schwer zu sagen. Bei dem Festival sind glaube ich ungefähr 35.000 vor der Bühne und bei uns waren das natürlich lange nicht so viel, das ist klar, aber da standen gerade gegen Ende sicher 4.000-5.000 Leute insgesamt und das ist schon mal was. Also für eine Band, die es noch nicht so lange gibt, ist das schon ganz schön cool!

Für dich jetzt selbst wird es jetzt wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches sein, zumal du ja mit Eisbrecher auch schon einiges an Massen erlebt hast?!

Rupert: Jaja, natürlich. Aber in dem Moment steh' ich ja dann auf der Bühne als Gitarrist von Darkhaus und da sind das ganz andere Umstände. Da war es dann ganz einfach so. Okay das war im August und wir haben vor ein bisschen mehr als einen halben Jahr unser erstes Album rausgebracht und jetzt stehen wir hier auf dem M’era Luna auf der Hauptbühne und dürfen hier spielen. Da dachte ich so okay, das ist ganz schön cool. Also irgendwas läuft da gerade ganz schön gut. Das fanden wir alle sehr beeindruckend, dass wir die Chance gekriegt haben, da zu spielen und überhaupt, dass sich das Ganze so entwickelt. Ansonsten, was so die normalen Tourneen betrifft, da ist es so, dass ich auch anders unterwegs bin, ich kann mich da nicht so gut erinnern. Die Erlebnisdichte ist auf so einer Tour so hoch, dass so einzelne Gigs und Erlebnisse - das verschmilzt alles zu so einem grossen Eindruck. Also ich kann jetzt nicht mehr so genau sagen, das Konzert da war so und das Konzert dort war so, also da kommt mein Erinnerungsvermögen einfach nicht hinterher.

Wenn ich dann wieder Bilder sehe, dann weiß ich wieder, ach klar, der Laden und den Laden kenne ich auch da habe ich schon mal gespielt. Aber ich weiß zum Bespiel nicht mehr, wie die Show letztes Jahr in München war. (* lacht) Ich weiß es echt nicht! Das sind einfach zu viele, das kann ich mir nicht alles merken…

Okay und war da in München irgendwas besonderes oder?

Rupert: Nee, das war jetzt nur ein Beispiel. Ich weiß sowas echt nicht! Also es gibt natürlich immer wieder Situationen, die man sich merkt und wenn man dann im Club selbst wieder ankommt, in dem man schon gespielt hat, dann weiß man auch wieder ah ja, alles klar, letztes Mal war es so und so. Aber es ist halt doch ziemlich viel. Ich glaube dieses Jahr waren es, ich weiß es nicht, aber ich schätze mal auf jeden Fall über 40 Shows oder 50 insgesamt bei mir mit Eisbrecher und Darkhaus. Und das kann man sich nicht mehr alles merken.

Ja, das ist ja auch völlig verständlich. Aber mal zu eurer Bandvita, was mir aufgefallen ist, als Heimatstadt steht auf eurer Facebook Site Livingston, Schottland, dann aber weiter unten steht als aktueller Wohnort Florida und Hamburg. Also in Florida lebt vermutlich Gary, in Hamburg vermutlich du und in Livingston dann wahrscheinlich Ken?

Rupert: Ja, das ist nicht so einfach zu erklären bei uns. Wenn man da was hinschreibt als Standort. Livingston ist glaube ich die Stadt aus der Kenny kommt. In Schottland, in Florida wohnen eigentlich die meisten Leute von uns, nämlich Gary (* Meskil), Marshall (* Stephens) und Kenny (* Hanlon)

Jetzt ist es aber so, dass die ja auch nicht alle in einer Stadt wohnen, sondern jeweils mehrere Autostunden von einander entfernt. Also kann man auch nicht sagen, unser Standort ist Palm Beach oder sowas. Und Marshall wohnt dort und ich in Hamburg, da ist bei uns schwer zu sagen - wo sind wir denn her?!

Also ich hätte ja witzigerweise an eurer Stelle eingfach: Heimatstadt Darkhaus geschrieben und als Land hätte ich dann einfach Planet Erde oder sowas geschrieben... (* werfe ich augenzwinkernd ein)

Rupert: Ja das stimmt, das könnte man ja vielleicht mal machen.

Zumal ihr ja schon multikulturell unterwegs seid.

Rupert: Ja, so genau haben wir uns das noch nie überlegt, aber das ist auf jeden Fall nicht so wie bei einer Band, wo man sagen kann ah ja das ist die und die Band, die kommt aus Berlin. Das ist bei uns halt nicht so.

Ich verstehe. Die zurückliegende Tour, die ja jetzt noch relativ frisch ist, quasi im Rückspiegel gesehen, gab es denn da so ein paar kleine Highlights? 

Oder sagst du eher so verallgemeinernd als Resümee, es ist gut gelaufen oder es war eher schwierig?

Rupert: Nee, es ist sehr gut gelaufen. Die Fans von Lord Of The Lost waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen oder sagen wir mal so, sie haben es uns relativ leicht gemacht. Sie fanden das von Anfang an cool was wir machen, die haben auch gut Merchandise gekauft. Ganz viele CDs  haben wir verkauft, was ja ein gutes Zeichen dafür ist, dass ihnen offensichtlich die Musik gefällt. Wir haben auf jeden Fall viele abholen können und das war die eine Sache, die ausgezeichnet- und ganz hervorragend war. Sowieso die Zusammenarbeit mit Lord oft he Lost und der gesamten Crew, die sind einfach so dermaßen nett und hilfsbereit, sowas habe ich noch nicht erlebt. Also das ist wirklich aussergewöhnlich. Das macht Spass mit denen.

Sehr schön! Nun kommen wir schon fast so langsam zum Schluss. Jetzt muss ich jetzt noch eine Frage stellen, die mir wiedermal als Rezensent entgegengeschlagen ist und zwar habt ihr ja auch Mixe bei dem aktuellen Die Krupps-Album (* Metal Machine Music; 2.015) beigesteuert. Wie kam es dazu?

Rupert: Da kam einfach eine Anfrage über's Management von denen, die sind ja auch bei SPV. Und da ging es irgendwie zwischen Label und Management hin und her, aber im Prinzip kam einfach eine Anfrage an mich, ob ich Zeit und Lust hätte da einen Song beizusteuern. Dann habe ich mir den Song mal angehört, muss man ja erstmal machen, damit ich weiß, ob mir da was dazu einfällt. Und ja, dann konnte ich mir so ein paar Tage freischaufeln und hab' das gemacht.

Na das ist ja auf jeden Fall schon mal ein Ritterschlag, ich meine die Krupps sind ja keine kleine Adresse. Die sind ja schon echte Musikgeschichte!

Rupert: Ja, das ist ganz richtig. Ich hab' mich da auch sehr geehrt gefühlt, dass der Song, vor allem dann auch der erste Track auf der Bonus-CD ist, wenn ich mich richtig erinnere?!

Ja, genau. Ich weiß das, weil ich den Aufkleber zufällig an meinem Kalender pappen habe, also den von der CD-Verpackung.

Rupert: (* lacht) Wir stehen auf dem Aufkleber drauf? Jetzt haben wir es es geschafft! (*scherzt Rupert)

Ja. (* muss ich mitlachend zugeben) Naja, auf jeden Fall finde ich es klasse. Zum Abschluss: Sag doch mal, was ich meine mal irgendwo in den letzten Tagen/ Wochen irgendwann mal was gelesen oder gesehen zu haben, dass Ken zumindest irgendwie studiomäßig gerade wieder etwas macht?! Da habe ich mich natürlich gefragt, ob ihr jetzt im Moment schon an neuem Material dran seid?

Rupert: Wir sind dran an neuem Material, aber was Ken gerade macht, ist etwas anderes. Der ist nämlich gerade in Schottland, jetzt vor dem Termin im Dezember (*2.015) und der nimmt, soweit ich weiß, mit seinem Bruder ein paar Songs auf. Der ist nämlich Trommler und die haben da zusammen so ein Familienprojekt am Laufen.

Na du hast ja gerade was vom Dezember 2.015 gesagt. Also im Dezember das ist dann wohl ein Termin für Darkhaus im Studio oder wie darf ich das verstehen?

Rupert: Genau. Nee, im Dezember (*2.015) sind die wenigsten Livegigs hier und Kenny bleibt in der Zeit, sozusagen jetzt zwischenzeitlich vom letzten Wochenende bis zu den nächsten Darkhaus Shows in Europa und fliegt erst danach wieder zurück in die USA. Und in der Zeit macht er eben Musik mit seinem Bruder. Ich bin hier gerade dabei neue Ideen fürs nächste Album zu sammeln und sobald ich da was zusammen habe, schicke ich das natürlich auch wieder rum an Gary und Kenny, damit die da drauf texten. Wir müssen jetzt eh ein bisschen Gas geben mit neuem Material, weil, naja, wie es immer so ist…

Ja naja, wenn du die Menschen mit guten Songs fütterst, dann werden sie noch hungriger. Was ja in der Natur der Sache liegt.

Rupert: Aber leider wachsen die guten Songs nicht auf den Bäumen. Das ist nicht einfach, immer wieder was zu finden, was einen selber auch noch begeistert.

Danny B & Rupert Keplinger (Darkhaus; Eisbrecher) Na ich bin sehr gespannt! Mein erster Gedanke nach dem Konzert in Rostock war zumindest, dass es wahrscheinlich wahnsinnig schwierig werden wird, den Stil von Darkhaus weiter auszubauen, weil, wie du ja selbst weißt, sind halt die musikalischen Mittel irgendwann auch mal relativ ausgereizt. Es gab ja auch schon viele Sachen, aber da ich grundlegender Optimist bin, denke ich, dass ihr das schaffen werdet. Ich bin da einfach mal optimistisch und zuversichtlich. Aber die letzten Worte gehören natürlich dir. Was auch immer du den Fans oder wem auch immer sagen willst.

Rupert: Vielen Dank für das Interview, vielen Dank an diejenigen, die das lesen und die das gerade bis zum Schluss gelesen haben, denn das bedeutet ja, dass Euch oder Dich Darkhaus wirklich sehr interessieren muss. Das ist ein gutes Zeichen. Wir setzen alles daran einen passenden Nachfolger für die ersten beiden Veröffentlichungen zu schreiben und können den dann hoffentlich nächstes Jahr (* 2.016) im Herbst auch auf den Bühnen dieser Republik präsentieren, hoffe ich! Das ist noch so ein vages Datum, aber das ist im Moment der Plan.

 

http://www.darkhausmusic.com/

https://www.facebook.com/DarkhausOfficial/timeline

 

Interview: Danny B

 

Foto (mit Logo) by: Franz Scheppers ©

Foto Darkhaus (bunt) by: Brian David Braun ©

Foto Darkhaus (s/w) by: Brian David Braun ©

 

Foto Rupert Keplinger & Danny B by: schafe-schuesse.de ©

Foto Paul, Ken & Rupert mit Fangeschenk by: schafe-schuesse.de ©

 

*DANKE an Katrin B. für's Abtippen!

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