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DARKHAUS "When Sparks Ignite"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

09-2016

Label: 

Genre(s): 

Ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran wie ich einst den ersten Darkhaus Videoclip "Ghost" (*2.013) sah, wenig später Debütalbum "My Only Shelter" (*2.013) hörte und echt gebockt war. Der Überraschungseffekt schlug in jenen Tagen voll ein, zumal ich von Hardcore Ikone Gary Meskil (*Pro Pain) diese Stilistik definitiv nicht erwartet hatte. Doch wer glaubt, dass Darkhaus eine One-Man-Show wären, irrt gewaltig, denn gerade die chemiestimmige Konstellation aus der Erfahrung von Gary Meskil, den Ideen von Rupert Keplinger (*Eisbrecher), dem Gitarrenspiel von Marshall Stephens (*ebenfalls bei Pro Pain aktiv), der Drumdynamik von Paul Keller und vor allem des markanten Gesangsstils von Ken Hanlon ist es, der es zu verdanken ist dass "My Only Shelter" zu einem Dauerbrenner-Album wurde, das sicher nicht nur bei mir immer wieder den Weg in die Playlist findet.   

Da die selbst auferlegte Meßlatte von Anfang an sehr, sehr hoch in Sachen Qualität und Eingängigkeit lag, dürften Darkhaus im Vorfeld dieses Albums einer extremen Herausforderung gegenüber gestanden haben. Das Folgerelease "Providence" (*EP; 2.015) enttäuschte zwar keineswegs, hatten es aber schwer an die Hitdichte von "My Only Shelter" heranzukommen. Darkhaus haben mit viel Liebe an "When Sparks Ignite" gearbeitet und befinden sich gerade auf Tour zum Album, das sich in den letzten Tagen dem Ohrencheck unterzogen hat. Es galt herauszufinden in wiefern sich die Funken neu entzünden würden?

Mit "All Of Nothing" (Track 1) beginnt "When Sparks Ignite" in groovigem Rock Bombastgewand. Ken Hanlon's Stimme zeigt sich in gewohnter Lage und öffnet das dunkle Haus mit popigem Schnitt. Bereits beim folgenden "The Last Goodbye" (Track 2; Anspieltip I) kommt ein erster Anwärter für Radioairplay/Partytanzflächenbeschallung zum Zuge. Mit relativ einfachen Mitteln und kleinen Electro-Elementen als Rahmengarnierung geht es catchy zu. Darkhaus zeigen sich als eine gereifte Band, die musikalisch zeitvoraus nach vorn geht. Vor allem das Gitarrensoli im letzten Viertel des Stückes geht butterweich auf das Pluspunktekonto. Ähnlich (er-)frisch(end) geht es bei "Feel My Pain" (Track 3; Anspieltip II) weiter. Auch hier setzen die Arrangements mit ihrer Catchiness ein fette Visitenkarte in die Musiklandschaft. Genau so sollte zeitgemäßer Pop Rock klingen. Und die Teilgenrebezeichnung "Rock" haben sich Darkhaus definitiv (weiterhin)verdient, wenn sie auch sonst zu grossen Teilen recht popig klingen. 

Darkhaus präsentieren sich in einer neuen Qualität, die sich allerdings um einiges besser zu entfalten weiß, wenn man von den Ohren her nicht zu sehr bei "My Only Shelter"-Sounderwartungen festhängt. Um Darkhaus anno 2.016 zu erleben, muss man ein klein wenig loslassen, um sich bestenfalls neu von der Musik einfangen zu lassen. "Second Chance" (Track 4) z. B. ist zunächst gewöhnungsbedürftiger, zumal es hier recht abwechslungsreich zugeht, was man beim ersten Durchlauf nicht gleich verarbeitet bekommt, was aber etwas für sich hat. Vor allem die Streicherpassagen bringen hierbei Erlebnismomente mit sich, die nicht weit von zündenden Funken entfernt liegen. Gut, dass "After The Heartache" (Track 5) wieder etwas rockiger ausgelegt ist und die konzeptionelle(?) Geschichte weiter erzählt. Zumindest hat man bislang das Gefühl, dass hier eine Art erlebte Geschichte mit jedem Song erzählt wird. Dass es sich dabei um Beziehung(en) dreht, dürfte kaum überraschen. 

Mir persönlich gefallen vor allem die atmosphärischen Momente in den Darkhaus Songs immer wieder sehr. Sie ziehen einen irgendwie magisch an, so wie bei der Teilballade "Helpless" (Track 6; Anspieltip III). Hierbei erinnert mich die Art des Songaufbaus dann doch auch wieder etwas an die "My Only Shelter" Epoche. Vor allem die fast schon zartbesaiteten Gitarrenklänge entfalten hier einen zauberhaften Quell von dem man gern öfter trinkt. Auch "Devil's Spawn" (Track 7) beginnt zunächst balladesk, wechselt dann aber auf glühendere, groovy Saitendriver. Dieses Stück dürfte sicherer Bestandteil des aktuellen Livesets sein?! Zumindest kann ich mir hier ein paar Headbanger oder nickende Köpfe gut dabei vorstellen. Schwer sich dem Drive zu entziehen.

Die Zusammenstellung der Songs jedenfalls ist gut durchdacht, da man vor allem beim Erstdurchlauf nicht ahnt was als nächstes kommen könnte. Wenn es sich dann bspw. um Ohrwurmkandidaten wie "Oceans" (Track 8; Anspieltip IV) handelt, hat das natürlich etwas von Entdeckergeist. "Oceans" hätte, ähnlich wie "Lonesome Road" (Track 9), auch gut auf die "Providence" EP gepasst, weil es noch ein wenig von den ursprünglichen Darkhaus Basiszutaten atmet. 

Ordentlich Abfahrt mit Extradrive servieren Darkhaus mit "To Live Again" (Track 10; Anspieltip V) - ein Sofortzünder wie aus dem haus-eigenen Lehrbuch. Grossartig! 

Ganz anders "Tears Of Joy" (Track 11) bei dem ich mich zu Beginn schwer an den Jennifer Rostock Song "Schlaflos" erinnert fühle. Aber das mag einer Zufälligkeit unterliegen. Gerade Ken Hanlons Intonierung führt auch weg von der Assoziation und lässt eine Grosskopfkinoballade entstehen. Hierbei dürften vor allem Live die Feuerzeuge ein Meer aus Funkensuggestion hergeben. 

Mit "Bye Bye Blue Skies" (Track 12) verabschieden sich Darkhaus für dieses Album und rocken noch einmal alle Müdigkeit weg. 

Darkhaus haben hier ein weiteres Mal ein grossartiges Album eingespielt. Einfacher wird es nun definitiv nicht ihre Fans weiterhin zu überraschen. Ich bin mir allerdings sicher, dass diese Jungs noch so einige Ideen aus dem Ärmel schütteln werden. 

 

7,85/10 Schafe Schüsse

(Oblivion/SPV 2.016)

http://www.darkhausmusic.com/

https://www.facebook.com/DarkhausOfficial

Danny B

Schaf Schüsse: 

7
Eigene Bewertung: 7

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