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BETONTOD "Revolution"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

01-2017

Label: 

Genre(s): 

Die Rheinberger Betontod sind längst keine Unbekannte(n) mehr im Zirkelkreis der Neuzeit des Punk Rock. Auch bei "Revolution" behielten die Rheinberger Produzentenkoryphäe Vincent Sorg als Navigationshilfe durch das (Fan-)Meer der "Traum von Freiheit" Fäuste an Bord, um ihre Sicht der Dinge neu zu entzünden. Mittels 12 neuer Stücke und einer breiteren Vermarktungsstrategie, dank des Labelwechsels zu Nuclear Blast respektive Arising Empire Records (*ein Nuclear Blast Sublabel), gelang dies' auch und führte die im 26. Jahr befindliche Band bis auf Platz 3 der Album Charts hierzulande. 

Ich wartete ganz bewusst ein wenig ab bis ich das Album zum ersten Mal in den Player legte und ließ die Flammenblüte sich von der Zeit nährend entfalten. Die immer wiederkehrende Frage bei neuen Alben ist heutzutage nicht selten, ob das neue Werk noch vom Albumvorgänger (stilistisch/konzeptionell) beeinflusst ist und dem eingeschlagenen Weg folgt? Bei Betontod hatte sich zuletzt mit "Traum von Freiheit" eine stärke Metal-Affinität abgezeichnet, trotz der noch immer vorhanden wilden Punk Rock Stilblüten im Gesamtbild. Und während das "Intro" (Track 1) die 20. Veröffentlichung (inkl. Demos + 7") einleitet, geht das Albumtitelstück "Revolution" (Track 2) zurück zu den deutlich punkigeren Wurzeln. Man nehme hier mal "Feuer frei" als Grundriß in Sachen Funkenbrücke zu diesem Album. "Küss mich" (Track 3) dürfte den "noch-nicht Albumbesitzern"-, aber BTD Interssierten bereits als Videoclip-Single bekannt sein. "Küss mich" kann man mit Bezug auf die letzten drei BTD Veröffentlichungen als typisch Toten Hosen-nahe Pop Punk Rock Beigabe bezeichnen, was zu einer Art fast erahnbaren Tradition im Hause der Rheinberger geworden ist.    

Zwar ist auch "Welt in Flammen" (Track 4; Anspieltip I) dank des kürzlich veröffentlichten Lyrik-Videos kein neuer Song mehr, groovt sich aber ohne die dazugehörigen Bilder noch tiefer (r)ein. Die teils erneut Metal-affinen Riffs verschmelzen mitsamt des Schießbudenspiels von Drummer Maik Feldmann zu einem Guß, dem Meister's (hörbar) kraftvoller(er) Gesang ordentlich (Nach-)Druck mitgibt, so dass hier eine tüvechte Balkenbiegerprüfung frei Haus entsteht. Dass BTD mit den Jahren auch immer wieder gern lockerleichtes, nostalgisches Singalong in ihre Alben einflechten, ist nicht neu, wird aber immer wieder neu umwickelt, was man "Ich nehme dich mit" (Track 5) anhört. 

Das Rezept der leichten Kost wird auch bei "Herz an Herz" (Track 6) gepflegt. Rein vom Titel her denkt man zuerst an die alte "Blümchen" Disconummer, was auch während des Hörens nicht vollkommen aus dem Kopf verschwindet. 

Erst mit "Verdammt schwer" (Track 7; Anspieltip II) geht es trotz vertrauter Akustikklänge seitens BTD in tiefe Melancholiestimmung über, die nahe an den Tränenkanälen liegt, was allerdings so lebensnah trocken wie authenthisch bleibend klingt. Damit ist zunächst die Abteilung "leichte Kost" durch. Zumindest wird es musikalisch wieder Midtempo-rockiger. "Freiheit oder Tod" (Track 8; Anspieltip III) erinnert thematisch nicht nur an den Song "Traum von Freiheit", sondern greift im Refrainteil auch auf einen anderen Song des Albumvorgängers zurück, aber das findet der BTD Fan selbst raus. ;-)

Besonders stark sticht der Pogo-Rocker "Bambule & Randale" (Track 9; Anspieltip IV) hervor, der mit Stefan und Gunnar von Dritte Wahl z. B. zwei starke Gäste zu Ohren bringt. Damit haben BTD vor allem ihren alten Fans einen großen Wunsch erfüllt. Ähnlich zackig bleibt es bei "Freunde" (Track 10), der direkten Weges im Ohr bleibt. Besonders stark der Teil als man die Band quasi gemeinsam hört, was deutlich macht, dass ein Song oft so stark wie seine Idee ist. 

So ganz thematisch abgenabelt vom "Traum von Freiheit" Konzept ist insgesamt gesehen "Revolution" nicht. Die Themen werden eher zu mehrschichtigen Facetten. Mal momentfesthaltend im Sommer verbleibend  - "Es lebe die Freiheit" (Track 11) -by the way: starker Solobasslauf!- oder auch im groove-catchy Riffing - "Mann über Bord" (Track 12; Anspieltip V) fließend. Dieser Albumabschluss hat es noch einmal kernig in sich und holt auch stellenweise noch einmal etwas bombastiges Bollwerk raus, das allerdings leider etwas zu kurz kommt. 

Dieses feurige Album ist wahrlich farbensatt und vereint die letzten Alben (stlistisch, wie auch thematisch) zu einer in sich stimmigen Symbiose, die allerdings nach dem Verklingen die Frage aufwirft wie es albumthematisch bei BTD weitergeht?

9,0/10 Schafe Schüsse

(Arising Empire Records/Nuclear Blast/Warner Music 2.016)

http://www.betontod.de/

https://www.facebook.com/antirockstars/

Danny B

Schaf Schüsse: 

9
Eigene Bewertung: 9

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UndTschuess