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FACTORY OF DREAMS, Some Kind Of Poetic Destruction

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

05-2013

Label: 

Genre(s): 

Erst- und zugleich letztmalig habe ich von diesem aussergewöhnlichen Duo aus Portugal`s Hauptstadt Lissabon etwas in Form des im Jahr 2.009 erschienenen Zweitreleases "A Strange Utopia" gehört und war damals schwer begeistert, wie man als Duo(!) solch´ ein opulentes, satt-instrumentiertes Werk erschaffen kann?! Seither haben Factory Of Dreams bereits zwei weitere Werke veröffentlicht (2.011 und 2.013), wovon mir nun auch das aktuelle Album "Some Kind Of Poetic Destruction" (auf Anfrage) vorliegt. 

MIt dem introartigem "Prelude" (Track 1) öffnet sich nun erneut die Tür zur Traumfabrik mit leichtem Titelhang zur Poesiezerstörung. Hier werden von Jessica Lehto vorgetragende Wortbilder cineastisch gemalt und lassen die diesseitige Welt in`s Vergessen fallen, während der Hörer mit "Strange Sounds" (Track 2) in eine völlig neue Welt eintaucht. Diese Welt findet sich in einstigen Nightwish-Welten wieder, der aber auch Within Temptation Elemente anhaften. Frontlady Jessica Lehto klingt noch immer so anmutig wie einst, während das Klangbild sauber produziert jede Menge emotionaler Facetten auffährt. Vor allem die am Ende eingeflochtenen, fast ruhigeren Parts wissen zu berühren, um dann von amtlich-vordergründigen Gitarrenparts von Hugo Flores Händen her (der übrigens auch für die Arrangements, Produktion und alle Instrumente verantwortlich ist) zerpflückt zu werden. Der Hörer wird zum Teil dieses Albums - "Escaping The Nightmare" (Track 3). Vor allem die teils experimentellen Sounds bezeugen erneut die Ideenfrische von Factory Of Dreams. Beim folgenden pianoeröffnetem "Angel Tears" (Track 4; Anspieltip I) haben Factory Of Dreams Raquel Schüler von der aus Rio de Janeiro stammenden Indie-Band Hydria (ebenfalls ein Duo) am Mikro zu Gast. Somit haben sich Factory Of Dreams mittlerweile auf internationales Parkett begeben und erschaffen auch mit ihren Gästen Songs, die Singlequalitäten innehaben. Der Song selbst atmet von jeder Menge fantastischem Lichtschein, der so erst einmal kreiert werden will. Aus den vergossenen Engelstränen entsteigen nun "Seashore Dreams" (Track 5; Anspieltip II), die dermaßen aus der Stimmesstimmung von Jessica Lehto schöpfen, dass diese Träume bis tief unter die Haut gehen und landschaftlich-gefühlte Weite erzeugen, wenngleich es vom Mittelteil ausgehend in kurzen Bombast mündet und diesen bis zum Songende in verschiedenster Form wie einen Vulkan sprudeln lässt. Ein weiterer Gast gesellt sich bei "Dark Season" (Track 6) in den Kreis dieses Albums. Dieses Mal kommt die aus Belgien stammende Magali Luyten zum gesanglichen Einsatz. Die stimmliche Auslage ist bei Magali Luyten ist allerdings etwas pop-rockiger, was dem Song selbst aber zuspielt und einmal mehr das unglaubliche, kompositorische Potential bei Factory Of Dreams unterstreicht. Noch immer wähnt man sich in einer Art akustischem Film, einem Hörspiel in Musikform - "Sound War" (Track 7). Schönheit in purster Form wird sehr emotional transportiert und regelrecht bis zur Ekstase zelebriert - "Hope Garden" (Track 8; Anspieltip III), während die letzte Teilstrecke dieser Reise anbricht - "Travelling" (Track 9), das etwas electro-beeinflusst beginnt, dann aber doch zurück zur bisherigen Rezeptur kehrt, dabei aber nicht an Abwechslungsreichtum verliert und sogar bis in Gothic Metal-Sphären vorstößt. Mir persönlich gefallen vor allem die verträumten Sphären, wie man sie zu Beginn von "The Neutron Star" (Track 10) einmal mehr aufkommen lässt. Manchmal schrauben sich just die Gitarrenläufe etwas zu sehr nach oben, was etwas dezenter vielleicht nicht ganz so auffällig wäre?! Was anfangs noch stark nach Nightwish roch, ist längst dem Eigengeruch dieser Traumfabrik gewichen und lebt von der intensiven Klangatmosphäre - "Join Us Into Sound" (Track 11; Anspieltip IV), das zum Ende hin sogar ein wenig an Leaves'  Eyes erinnert. Den längsten- und gleichzeitig letzten Song dieses Bombastalbums ("Playing The Universe", Track 12) überlasse ich Euch. Als Bonus gibt es den Videoclip von "Seashore Dreams" obendrauf. Ein rundum gelunges Album, auch was die Artworks betrifft. Von Zerstörung der Poesie kann hier keinesfalls die Rede sein, wohl eher von der (Neu-)Erschaffung, denn es gibt Gott sei dank noch Duos wie diese!

9,5/ 10 Schafe Schüsse

(Progrock Records 2.013)

https://www.facebook.com/fdofficial

Danny B

Schaf Schüsse: 

9
Eigene Bewertung: 9

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