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DIE SKEPTIKER, Aufsteh`n

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

09-2013

Label: 

Genre(s): 

Gute 4 Jahre sind seit dem letzten Album aus dem Hause Die Skeptiker in`s Land gezogen, doch was lange währt(e), soll nun ein neues Album auf-/ erfrischen. Vor 27 Jahren nahm diese Band ihren wahrlich historischen Anfang und polarisierte im Spagat zwischen DDR-systematischer Diktatur und Cleverness. Dass in 27 Jahren auch jede Menge Höhen und Tiefen liegen, dürfte soweit klar sein, bei den Skeptikern allerdings kam offenbar leider auch Pech dazu. Wo andere Punk/ Punk Rock Bands fette Deals an Land zogen, drehte sich entweder das Line Up Karussell der Skeptiker oder aber andere Gründe grätschten dazwischen. Was blieb ist der Ruf das ostdeutsche Pendant der Dead Kennedys zu sein, was man sich auch erst einmal verdient haben muss! Doch auch ein Ruf (ggf. ein Image) will mit Fakten gefüttert und gepflegt werden, andernfalls verblasst so etwas mit zunehmender Zeit und am Ende bliebe nur eine Spur auf den Wegen der Zeit. Die Skeptiker haben die Zeichen der Zeit wahrgenommen und servieren nun ihr neues Album, das schon vom Titel "Aufsteh`n" her treffender nicht zentriert sein könnte.

Aus dem sich Aufrichten heraus nehmen Die Skeptiker diese Zeiten genauer in Augenschein und lassen den Hörer direkten Weges an ihren Gedankengängen teilhaben. "Wann oder wie" (Track 1) eröffnet mit gewohntem Punk-"ick"en Drive. Die Skeptiker machen ohne Umwege klar, dass sie nicht verlernt haben ihre Hausmarke weiterzuentwickeln. Bereits hier fällt (neben der nach wie vor im Zentrum befindlichen Stimme von Eugen Blanskat) die neue Frische des Gitarrenduos Schwoll/ Rudel auf. Beim folgenden "Chanel" (Track 2) werden offen jene hinterfragt, die sich für die dicksten Fische im Teich halten. Musikalisch muss man sich zumindest im ersten Songteil attestierte Onkelz-Nähe gefallen lassen (man höre mal den Onkelz Song "Die Firma" vom "Dopamin" Album), allerdings muss man dazu sagen, dass Die Skeptiker sich von diesen Akkorden im Laufe des Songs entfernen und die Eigenmarke zunehmend dominiert. Egal wie, der Song macht Laune. Dass Die Skeptiker songtextlich locker mit bereits bekannten Größen wie Slime (man denke nur an das hohe Niveau von "Schweineherbst") mithalten können und sich ganz gewiss NICHT im Osten Deutschlands verstecken müssen, untermauert "Erwartung" (Track 3; Anspieltip I) mit wenig Text, aber umso mehr Tiefe und Weite. Der Albumtitelsong kommt darauffolgend "Aufsteh`n" (Track 4) mit Ska-Elementen und heiter-fröhlicher Laune um`s Eck und dürfte sich im Liveset bestens als singalong machen?! Ich persönlich mag eher die ernsteren Töne der Skeptiker, die sie bei "Das System" (Track 5; Anspieltip II) auch zeitgemäß auf den Punkt bringen. Dabei war sicher die Homebase Berlin von Vorteil, da sich gerade in Berlin die Nähe zum System quasi hautnah spüren lässt wie nirgends sonst in der Republik. "Das System" könnte eine neue Hymne werden?! Spätestens jetzt ist man mit dem klaren, ausgewogenem Sound dieses Albums vertraut und die Musik ist bestens im Fluss - "Traum" (Track 6). Sehr einfache-, aber durchaus berechtigt intelligente Szenarien malt Eugen Balanskat im Text von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" (Track 7) aus und spricht mit hoher Sicherheit vielen Leuten aus der Seele, wenngleich sich der Titel etwas stärker nach alter DDR-Prägung anhört bzw. zumindest an jene Zeiten erinnert. Und wenn ich schon einmal thematisch bei der Malkunst bin, möchte ich auch das von Christian Feldhoosen (Berliner Maler) in Szene gesetzte Coverartwork würdigen, das zwar etwas abstrakt ausfällt, aber auf jeden Fall ein Blickfang ist. Da lockert der Reggae/ Ska-ige-Song "Afrika" (Track 8) das Gefühl wieder bestens auf und erinnert irgendwie an Mr. Bob Marley (R.I.P.). Musikalisch jedenfalls packen Die Skeptiker deutlich mehr Frische in ihre neuen Songs, jedoch wird hier die Dosis sehr genau abgewogen, so dass es keinesfalls überfordert - "Nimm 2" (Track 9). Einen weiteren Berlin-impressionierten-Soundtrack gibt "Vergebung" (Track 10) her, dem sogar etwas Blues-Notierung inneliegt, was wunderbar zu Berlin passt, da Berlin selbst oft ein dreckig-lüsternes Darling ist, das mittels Eigencharme mit allen Farbfacetten spielt. In diesem Kontext darf "Meer von Grün" (Track 12; Anspieltip III) auf keinen Fall fehlen. Ich schätze, dass dieser Song ebenfalls auf längeren Hör hin seine Fans finden wird. Ein astreiner Song, der hoffentlich ebenfalls ins Liveset findet?! (Mein persönlicher Favorit auf diesem Album.) Die Tür fällt mit "Niemals mehr" (Track 13) sanft und ruhig in`s Schloss, was ein klein wenig an Westernhagen erinnert. Alles in allem ein wirklich klasse Album, das den Skeptiker-eigenen Charme innehat, wer diesem etwas abgewinnen kann, der/ die wird "Aufsteh`n" lieben lernen. 

V.Ö.: 27.09. 2.013

 

8,5/ 10 Schafe Schüsse

(Destiny Records/ Broken Silence Distribution 2.013)

http://www.dieskeptiker.com/

https://www.facebook.com/pages/Die-Skeptiker/121965827874842?fref=ts

Danny B

Schaf Schüsse: 

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Eigene Bewertung: Keine

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