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TEXAS HIPPIE COALITION "Dark Side Of Black"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

04-2016

Label: 

Genre(s): 

Es gibt Bands, die man dank des Zufallsprinzips in den lauten Internetwelten entdeckt und die dann wie ein Asteroid dermaßen einschlagen, dass man sich fast schon nicht mehr satthören kann. So geschehen bei den 2.004 gegründeten Amerikanern von Texas Hippie Coaltion, die mittlerweile in Denison (Texas), der über 22.600 Seelen Stadt zum zeitfesten Aushängeschild in Sachen Musik gehören dürften. Nicht nur, dass die offizielle Stadtflagge einige der Marley'schen Ursprungsfarben und somit Rebellion mitbringen suggeriert, auch das allseits bekannte mehrblättrige Grüne gibt einen Direktverweis darauf, dass hinter THC gewiss keine allzu konservativen "bush-igen" Amerikaner stecken dürften. Wobei das THC Bandlogo ein wenig an das von Wacken erinnert. Auch das typische Flaggenbekenntnis zu Amerika bleibt nicht aus, doch das darf eher sekundär eine Rolle spielen. 

Primär geht es wie immer um die Mucke selbst, wovon THC schon ordentlich was vorzuweisen haben. "Dark Side Of Black" ist nämlich schon das fünfte(!) Album, wobei es noch 5 Singlereleases und 6 offizielle Videoclips im Backkatalog zu bestaunen gibt. Seit ihrem dritten Album "Peacemaker" (*2.012; ein etwas polarisierender Titel für eine amerikanische Band; nicht nur in jenen Tagen) sind Texas Hippie Coalition auch regelmäßige US-Charteinsteiger. Umso verwunderter bin/war ich darüber, dass sie in unseren Breitengraden noch nicht allzu bekannt sind.

Mit "Come Get It" (Track 1) steigt man in dieses schlicht schwarz-gräulich gestaltete Album ein und geht damit direkten Weges auf erste Tuchfühlung mit Pantera'schem Sound in Einheit mit diesem groovigen Texas Hippe Coalition Sound. Allein die space-igen Effekteinschübe (bei Gitarren & Vocals) und die Dimebag-nahe Gitarrenarbeit bringen ein High-Level-Standard mit, dass man fast schon von der Transformation des kultigen Pantera Sounds sprechen darf. Phil Anselmo bekommt mit dem Cowboyorgan von "Big Dad Ritch" amtliche Konkurrenz, auch was die Melodic Vocal Parts angeht - "Angel Fall" (Track 2). Wer also (ähnlich wie ich selbst) immer weniger Bock auf das Gezeter rund um "mögliche Pantera Reunion"/"Phil Anselmo Querelen" hat, der/die sollte THC unbedingt mal anchecken, zumal THC nicht billig abpausen, sondern selbst huge Fans sind und just ihr Ding durchziehen, woran sie hörbare Freude und Zocklust haben.

Spätestens "Shakin' Baby" (Track 3; Anspieltip I) rifft sich sexy groovy rein, wobei (wie bereits angedeutet) das Gitarrenduo Exhall/Pool ein catchy Brett fahren, dem Drummer Timmy Braun Vinnie Paul-würdig die Pedale dynamisch zuspielend tritt und mittels der ergänzenden Kesselarbeit songdienlich mitwürzt. "Cowboys From Hell" Spirit fließt hier in modernen Zügen parallel zu "Far Beyond Driven" Flows mit. Wobei sich auch ruhigere Töne "This Love"-like ausgesprochen gut machen, wie es bei "Knee Deep" (Track 4) der Fall ist. Als Einflüsse nennt die Band selbst aber auch Bands wie ZZ Top, Black Label Society, Lynyrd Skynyrd und Willie Nelson. Vor allem das Gemisch aus Pantera und BLS macht den Sound von Texas Hippie Coalition aus, was man z. B. bei "Villain" (Track 5; Anspieltip II) klasse heraushören kann. Sofortzünder wie "Into The Wall" (Track 6; Anspieltip III) sind es zudem u. a. auch, die mit einfacher Punchauslage zum kollektiven Headbang-Moshpit animieren. Dabei vergisst man sogar die Pantera Einflüsse zeitweise. 

Das anfangs Black Label Society-lastige "Dark Side" (Track 7) dürfte so etwas wie der Albumtitel-nächste Track sein. Semi-nachdenklich trägt der Song immer wieder durch die Momente des Hörens, während man seine Umgebung im Zuge dessen nahezu komplett ausblendet und nostalgischen Zügen nahekommt. Wunderschöne Semi-Ballade im Midtempofluß. 

Mit "Rise" (Track 8; Anspieltip IV) kommen dann typische '90er Groove-Riffs zwischen Pantera und Crowbar zum Zuge, die dank des unglaublich kraftvollen Energieorgans von Fronter Big Dad Ritch unwiderstehliche Turn Ups bekommen, die direkt abholen und mitnehmen. Ähnlich stark auch "Hit It Again" (Track 9; Anspieltip V), wobei es nach ruhigerem Einstieg in einem emotional angerifften Midtempoläufer übergeht und unweigerlich an Pantera erinnert. Diese Pantera Reminder nerven allerdings so gar nicht, im Gegenteil, sie stillen den Hunger, den das Ende der Band und die große Lücke hinterlassen hat mit würdiger Würzung - sprich THC sättigen diesen, inklusive des starken Gitarrensoliparts.

"Gods Are Angry" (Track 10; Anspieltip VI) macht amtlich den Sack dieses Albums zu und hätte auch gut als Opener (oder Live als Zugabeopener) stehen können. Wie auch immer, Texas Hippie Coalition machen derbe fetten Bock auf noch tonnenweise neue Alben/Songs. Für einen späten Einstieg in die Texas Hippie Coaltion, ist dieses Album regelgerechtes Must Have! 

9,5/10 Schafe Schüsse

(Carved Records 2.016)

http://thcofficial.com/

https://www.facebook.com/texashippiecoalition

Danny B

Schaf Schüsse: 

9
Eigene Bewertung: 9

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