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V.A., "30 Years Anniversary Tribute Album For The Monsters"

Künstler/Band und Albumtitel: 

Erscheinungsdatum: 

11-2016

Label: 

Genre(s): 

Die Schweizer Uhren mögen ja manchmal die klischeehaften Eigensinnigkeiten erfüllen, kommen aber am Zahn der tatsächlichen Zeit nicht vorbei, egal in welchen Tempo/Rhythmus die Zeiger auch ihren Runden drehen mögen. Im Fall der Schweizer Trash Rock 'N' Roller The Monsters, die vor allem in Psychobilly-Kreisen ihre Die Hard Fanbase haben, steht die 30 Jahresmarke nun unumstößlich in der lebenssatten Vita, die seit 1.986 so einige Veröffentlichungen und das hauseigene Label Voodoo Rhythm Records mit sich brachte. The Monsters bespielten tausende Meilen rund um den Globus - Tokyo, New York (*im legendären CBGB's!) u. v. v. m.. Bandfreunde, ja fast Familienangehörige zollten The Monsters mit diesem Album hörbaren Tribut. Es darf gewreckt, gepogt, ge(head-)bangt oder auch einfach nur freudig gezappelt werden. 

Schon das stilechte Coverartwork in bester '70er Russ Meyer Filmästhetik-Tradition dürfte den Kaufanreiz fett unterstreichen, was von der bilderreichen Reise durch die Jahrzehnte noch rundumrahmt wird. Die Hard Fans und Sammlerfreunde werden sich "30 Years Anniversary Tribute Album For The Monsters" so oder so zulegen, zumal dies' andernfalls eine zu große Lücke im CD-/Plattenschrank graben würde. Genau genommen könnte man diese Veröffentlichung sogar als eine Double-Release bezeichnen, da The Monsters gerade ihr neues-, schlicht betiteltes Album "M" veröffentlicht haben. Den zeitlichen Unterschied von ein paar Tagen darf man da schon mal großzügig wegzwinkern. 

URBAN JUNIOR eröffnen den Monstertribut mit Compilationcharakter mit "Dead End Street" (Track 1), der in die frühen '80er entführt und Atari/C64 Sounderinnerungen wachruft. Electronic Beat Music quasi. Eigen tönt das Ganze, aber für manche sicher sogar tanzbar. DYLAN WALSHE löst mit "And Then You Cry" (Track 2; Anspieltip I) stilistisch ab und bringt Country-/Akustikflair mit. Der Song ist klasse interpretiert, passt wunderbar in diese Herbsttage und weiß sogar tiefer zu gehen. Dieser Song eignet sich klasse zum Chillout am Abend, während man die Gedanken einfach mal loslässt und mit ein wenig Ruhe in Richtung Tagesende geht. 

Das Schöne an solchen Compilation-Tribute-Alben mit diversen Bands ist immer die Vielfalt, die die jeweilige Interpretation/Band hergibt. Und genau so mannigfaltig gestaltig sich dieses Album von Beginn an. Mit NICOLE GARCIA "Baby Ok" (Track 3) gibt es Tuchfühlungsgang mit dem Rock 'N' Roll/Rockabilly, während die eher exotische Interpretation von "Nene Mi Droga Sos" (Track 4) durch ROLANDO BRUNO sich etwas gewöhnungsbedürftiger anhört. Aber die Geschmäcker sind verschieden. So verschieden wie die Klänge, die manchmal etwas abrupt in trashige Rock/Rockabilly/Psychobilly-Gefilde abwandern - KING AUTOMATIC "Pony Tail And A Black Cadillac" (Track 5; Anspieltip II). 

Surf und punk-rockigen Drive mit etwas Ramones hintendrin gibt es via THE SEX ORGANS und "Black" (Track 6; Anspieltip III) serviert. Dieses Tribute Album macht bereits beim ersten Durchlauf Spass, weil es u. a. an alte Tage erinnert als man sich mit Freunden Mixtapes zusammenstellte, diese austauschte oder verschenkte. Da konnte auch der Sound (Klangbild) sehr unterschiedlich sein, ob es mal rumpeliger wie bei THE FAILED TEACHERS "I See Dead People" (Track 7; Anspieltip IV) zugeht oder ob es stilistisch schräg verzerrt mit weichem Beat unterlegt -DELANEY DAVIDSON "Kiss Her Dead" (Track 8)- vor sich hinjammt, solange die Abwechslung sich zu entfalten weiß, kann man den Entdeckergeist sättigen. 

Manches Mal fühlt/hört sich dieses Album wie eine Zeitreise an, die weit über 30 Jahre hinausgeht. Man fühlt sich an Punk Ursprünge (The Stooges/Iggy Pop) erinnert - SUDDEN INFANT "More You Talk" (Track 9; Anspieltip V)- und darf immer wieder The Monsters-typisch stilistischen Einflüssen lauschen, die ich als fundamental für den The Monsters Sound bezeichnen würde. Wenngleich sich das manchmal etwas chaotisch, avantgardistisch, experimentell oder auch leicht verstörend anhören mag, so ist auch das Teil des Gesamtbildes der Monsters, wobei HELIOS & HESS mit "Mother's Nest (I Want You)" (Track 10) das Ganze auf recht eigensinnige Weise ausreizen. Dem Chaos folgt hypnotisches Spiel, das ich in dieser Weise eher aus den New Wave Ursprüngen kenne - BIGENERIC "Let Me Spend The Night With Your Wife" (Track 11), zumindest, was die Strophenteile betrifft, die gleichbleibend aufgebaut sind. New Waver und Batcaver dürften hier tiefenzufrieden düster-freudig lächeln. 

Bislang ging es eher dezent trashig zu, was sich mit THE DEVILS und ihrer Version von "More You Talk" (Track 12) schlagkräftig ändert. Feedbackgewitter vs. Psychobilly Screamo Vocals. Es bleibt stilistisch Psychobilly, THE SENILES gehen catchy mit "Goin' Away Girl" (Track 13; VI) auf Ohrenfang. Für wilde Punk-/Psychobilly Partys bestens geeignet! Wie vielschichtig man einen Song interpretieren kann, hört man ein weiteres Mal dank ROY AND THE DEVIL'S MOTORCYCLE, die "Pony Tail And A Black Cadillac" (Track 14; Anspieltip VII) auf ihre Weise zu Gehör bringen. Gefällt mir persönlich in dieser Version deutlich besser, aber das mag subjektiv sein. Was bei dieser Version krass ausufert ist die Spiellänge von 12:40 Minuten(!), bei der man erst merkt was für großartige Musiker hier ihr Handwerk tributieren lassen. Der Schlusspunkt dieses Tribute Albums fällt mit 1:54 Minute umso kürzer aus, dafür aber auch witziger dank DENIS AND THE TRAKTORS  und "I Wanna Be One Of The Monsters" (Track 15), aber das entdeckt Ihr mal schön selbst - Schmunzelgarantie! ;-)

Wie eingangs bereits erwähnt, ist dieses Album vor allem für The Monsters Fans und Billies/Bellas jeglicher Couleur ein Must Have. Aber auch Leute, die die Ursprünge des dreckigen Rock 'N' Roll, Trash und Psychobilly (mit Punk-Funken) mal antesten wollen, eignet sich dieses Album hervorragend.

V.Ö.: 11.11. 2.016

 

8,0/10 Schafe Schüsse

(Vodoo Rhythm Records 2.016)

http://www.themonsters.ch/

https://www.facebook.com/The-Monsters-official-123189661111110/

http://voodoorhythm.com/

Danny B

Schaf Schüsse: 

8
Eigene Bewertung: 8

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